Studie: Produktion hat Corona-Schock überwunden

Laut einer Umfrage sehen befragte Produktionsunternehmen Potenziale in der Digitalisierung, wollen ihre Produktionsstrukturen aber oft nicht grundlegend hinterfragen.

Produktionsunternehmen beurteilen die wirtschaftliche Gesamtsituation einer Umfrage zufolge überraschend positiv. (Foto: Gorodenkoff / Fotolia)
Produktionsunternehmen beurteilen die wirtschaftliche Gesamtsituation einer Umfrage zufolge überraschend positiv. (Foto: Gorodenkoff / Fotolia)
Therese Meitinger

Als „kurzen Schrecken mit schnellem Ende“ haben viele Produktionsunternehmen offenbar die Coronapandemie wahrgenommen. Laut einer am 14. September veröffentlichten Studie der Grean GmbH empfinden sie die wirtschaftliche Gesamtlage als überraschend gut. Die Ausgründung aus dem Institut für Fabrikanlagen und Logistik der Leibniz Universität Hannover (LUH) hat konkrete Auswirkungen der Pandemie konkret auf Produktionsunternehmen untersucht. Laut Eigenangaben haben dazu die Mitarbeiter von Grean, spezialisiert auf Fabrikplanung, Prozessoptimierung und Steigerung der Ressourceneffizienz, im Zeitraum zwischen Mitte Juni und Mitte Juli eine Befragung von knapp 90 Unternehmen durchgeführt.

Im Mittelpunkt standen der Mitteilung zufolge die Fragen nach logistischen Indikatoren wie der Auslastung der Produktion, den Beständen, der Lieferperformance oder der Fertigungstiefe. An der Befragung beteiligt waren hauptsächlich Unternehmen aus den Branchen Metallverarbeitung, Maschinen- und Anlagenbau sowie Kunststoffverarbeitung mit rund 250 bis 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Bestände werden zum Krisen-Puffer

Die wirtschaftliche Gesamtsituation beurteilen die Befragten demnach oft positiv. Instrumente wie Kurzarbeit oder auch die Aufgabe von bestimmten Glaubenssätzen hätten offenbar durch die Krise retten können, legt die Studie nahe. So würden Bestände im Lager oft nicht mehr per se als „böse“ gesehen, sondern es würden höhere Bestände – und damit Kosten – akzeptiert, um zukünftige Risiken in der Supply Chain abzusenken.

Zudem ist Grean zufolge auffällig, dass viele Befragte die Digitalisierung der Produktion sowie klassische Effizienzthemen als zentrale Stellhebel sehen, um aus der Krise zu kommen. Dennoch gibt in der Studie nur eine Minderheit der Befragten an, dass sie Produktionsstrukturen grundsätzlich hinterfragen werden, um ihre Fertigung effizient zu gestalten und ihre Strukturen auf Resilienz auszurichten.

„Hier liegt durchaus ein Risiko, denn die Zeit nach Corona wird nicht mehr so wie vor der Krise sein“, sagt Dr. Tobias Heinen, Geschäftsführer von Grean. „Die Studienergebnisse sind sehr wertvoll, denn nun können wir viel zielgerichteter Ratschläge für die Produktion der Zukunft geben.“

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