Studie: Paketlogistik profitiert vom Einsatz künstlicher Intelligenz

Im Mittelpunkt einer Studie vom Bundesverband Paket- und Expresslogistik und Lufthansa Industry Solutions stehen verschiedene praxisnahe KI-Anwendungsfälle der Paketbranche.

Eine Studie von BPEX und LHIND untersucht auch, welche Fähigkeiten Unternehmen der Paketbranche mitbringen müssen, um KI-Potenziale zu erschließen. (Symbolbild: Bumann / AdobeStock)
Eine Studie von BPEX und LHIND untersucht auch, welche Fähigkeiten Unternehmen der Paketbranche mitbringen müssen, um KI-Potenziale zu erschließen. (Symbolbild: Bumann / AdobeStock)
Therese Meitinger

Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) können Unternehmen der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) ihre Prozesse optimieren, Kosten einsparen und sich zukunftssicher aufstellen. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Künstliche Intelligenz in der Kurier-, Express- und Paketbranche“, die der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) und das IT-Beratungsunternehmen Lufthansa Industry Solutions (LHIND) gemeinsam verfasst haben. Über die Ergebnisse berichtet eine Pressemitteilung um 24. April.

Im Mittelpunkt der Studie stehen demnach verschiedene praxisnahe KI-Anwendungsfälle der Paketbranche. Die Verfasser identifizieren mit einer eigens entwickelten Methodik zahlreiche solcher Praxisbeispiele für die Paketbranche und präsentieren und bewerten eine Auswahl davon. Zum Beispiel die intelligente Einsteuerung von Paketmitnahmen, die dynamische Touren- und intelligente Zeitfensteroptimierung, die Assistenz bei der Stellplatzsuche oder die automatische Auswertung von Kundenfeedback.

Notwendige Fähigkeiten zur Erschließung von KI-Potenzialen

Zudem zeigen die Studienautoren der Pressemitteilung zufolge, welche Fähigkeiten Unternehmen der Paketbranche mitbringen müssen, um KI-Potenziale zu erschließen. Dabei seien auch nicht technische Fähigkeiten auf organisatorischer Ebene entscheidend für den Erfolg, heißt es. So müssten Entscheider in der Lage sein, KI-Lösungen aus verschiedenen Perspektiven zu bewerten und über ihren Einsatz zu entscheiden. Gleichzeitig erforderten Planung und Umsetzung sowohl technische Fachkenntnisse als auch Kompetenzen für eine effektive Koordination und Kommunikation sowie ein fundiertes Projektmanagement.

Weiterhin geht die Studie auch auf die Frage ein, ob IT-Lösungen selbst entwickelt oder eingekauft werden sollten und welche Kompetenzen, Rollen und Fähigkeiten für die Implementierung und Nutzung in Unternehmen vorhanden sein sollten. Allem voran empfehlen die Autoren, dass KI stets zielorientiert gedacht werden sollte, damit Projekte fokussiert gestartet, schnell skaliert und praxisnah genutzt werden können. Dieser strategische Ansatz gepaart mit digitalen Kompetenzen, die Unternehmen dringend erwerben sollten, sind der Studie zufolge der künftige Erfolgsgarant für die Paketbranche.

„Auf Basis der Technologieexpertise und Projekterfahrungen des BPEX und der LHIND haben wir viele Anwendungsfälle zusammengetragen, die in der KEP-Branche bereits heute mit Künstlicher Intelligenz umsetzbar sind“, sagt Ralf Struckmeier, Vice President Logistics bei LHIND. „Damit geben wir Unternehmen der KEP-Branche einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Technologie und die Chancen für die Paket- und Expresslogistik, besonders auf der letzten Meile.“

„KI führt bei den Paketdienstleistern die Liste der wichtigsten strategischen Entscheidungen an, die das Geschäft der Paketbranche verändern werden“, erklärt der BPEX-Vorsitzende Marten Bosselmann. „Insbesondere auf der letzten Meile, auf die sich die vorliegende Studie fokussiert, spielt KI eine immense Rolle für die Unternehmen – und die Bedeutung wird weiter steigen. Die letzte Meile ist der teuerste und personalintensivste Teil der Lieferkette in der Paketbranche. KI hat großes Potenzial, die Effizienz bei der Paketzustellung zu steigern und die Arbeit der Zustellerinnen und Zusteller leichter und angenehmer zu machen. Wer im Wettbewerb der Zukunft um gutes Personal und effiziente und nachhaltige Konzepte nicht abgehängt werden möchte, darf sich dieser Technologie daher nicht verschließen.“