Studie: Onlinehandel wird nicht als nachhaltig betrachtet

Laut einer Studie des Unternehmens Box Inc halten 46 Prozent der Deutschen das Einkaufen im Internet aufgrund von Verpackung, Retouren und Transportwegen nicht für umweltfreundlich.

Laut einer repräsentativen Umfrage halten 46 Prozent der Deutschen den Onlinehandel nicht für nachhaltig: Unter anderem wegen der Transportwege, der Retouren und der Verpackung. (Symbolbild: Cybrain/Fotolia)
Laut einer repräsentativen Umfrage halten 46 Prozent der Deutschen den Onlinehandel nicht für nachhaltig: Unter anderem wegen der Transportwege, der Retouren und der Verpackung. (Symbolbild: Cybrain/Fotolia)
Sandra Lehmann

Das schwedische Start-up Box Inc hat in einer gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführten repräsentativen Studie herausgefunden, dass 46 Prozent der 2.084 Befragten in Deutschland Onlinehandel nicht für nachhaltig halten. Auslöser hierfür seien vor allem die Transportmethoden der bestellten Waren und der Verpackungsmüll. Nur 13 Prozent glauben, online bestellen sei umweltfreundlicher als im Ladengeschäft zu kaufen.

Retourenquote senken

Gerade den Transportmethoden von Onlinebestellungen und zurückgeschickten Waren, die weitere Transporte bedingen, stünden die Befragten kritisch gegenüber: Die Mehrheit von ihnen glaubt, dass der Transport und Versand (49 Prozent) und anfallende Retouren (73 Prozent) den Onlinehandel nicht nachhaltig machen. 59 Prozent der Verbraucher glauben, dass umweltfreundliche Lieferwagen der Schlüssel zu nachhaltigen Transporten sind. Außerdem haben sie verschiedene Ideen, wie man die Retourenquote senken kann: 29 Prozent der Befragten geben an, dass sie E-Commerce-Produkte seltener zurückgeben würden, wenn sie für die Retouren bezahlen müssten.

Neben Transport und Retouren sind die Verpackungen des Versandhandels im Fokus der Befragten. Die Verbraucher (68 Prozent) sind sich vor allem in einem Punkt einig: Plastikverpackungen haben den größten negativen Einfluss auf Nachhaltigkeit. Stattdessen finden sie, dass die Verpackungen recycelbar (57 Prozent) oder aus Papier (40 Prozent) sein sollten - also beispielsweise Wellpappe oder Karton. Mehr als die Hälfte (53Prozent) der Befragten findet es nachhaltiger, wenn dieselbe Verpackung auch für eventuelle Retouren verwendet werden kann.

Wissenslücken beim CO2-Fußabdruck

Trotz des breiten gesellschaftlichen Diskurses um den CO2-Fußabdruck weiß ein Viertel (25 Prozent) der Befragten nicht, was es damit auf sich hat - der Großteil hat aber ein gutes oder relativ gutes Verständnis davon. Ein hoher Anteil der Befragten (28 Prozent) gibt an, dass sie für den CO2-Ausgleich des Transports der Bestellung bezahlen würden. Die Mehrheit ist daran allerdings nicht interessiert und sieht die Verantwortung beim Onlinehandel.

Mikael Fristedt Westre, Gründer und CEO von Box Inc, erklärt: „Wir wollten verstehen, was die Verbraucherinnen und Verbraucher über Nachhaltigkeit im E-Commerce denken, und es ist faszinierend zu sehen, wie das von den dargestellten Fakten abweicht. Dies ist eine echte Chance für den Onlinehandel, die Verbraucherinnen und Verbraucher aufzuklären.“

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