Studie: Nachholbedarf in Sachen „Multichannel“

Outdoor-Branche setzt fast noch komplett auf stationären Handel.
Matthias Pieringer

Der Vertrieb der Outdoor-Bekleidungsbranche ist derzeit noch fast komplett auf den stationären Handel ausgerichtet. Zu diesem Schluss kommt eine kürzlich von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS), Nürnberg, und dem Logistikdienstleister Loxxess AG, Tegernsee, vorgestellte Studie. Die Versuche der mittelständischen Hersteller von Outdoor-Bekleidung, über Flagship-Stores und Distanzhandel neue Vertriebskanäle zu erschließen, seien bisher eher zaghaft, stellten die Autoren fest. Die Branche begründe die Ausrichtung auf den Einzelhandel damit, dass die Produkte erklärungsbedürftig seien. Der Vertrieb über mehrere Kanäle (Multichannel) wird der Analyse zufolge aber nur funktionieren, wenn die Bekleidungshersteller bereit sind, ihre Logistik umzustellen.

Die Studie „Logistik im Outdoor-Fashion Markt“ hat unter anderem anhand von Experteninterviews mit Geschäftsführern und Logistikleitern der Outdoor-Unternehmen Bergans, Deuter, Haglöfs, Invia, Lowa, Mammut und Vaude die aktuellen Marktentwicklungen und die Logistikstrukturen der Branche untersucht. Weitere Erkenntnisse sind, dass die von den Herstellern betriebenen Zentrallager in den Saisonspitzen im Frühjahr und Herbst an ihre Leistungsgrenzen stoßen, den Rest des Jahres in der Regel aber zu wenig Auslastung haben. Außerdem liegen der Studie zufolge die Europa-Zentrallager meist im Alpenvorland, was zum Beispiel für die Cut-Off-Zeiten (späteste Annahmezeiten) ungünstig sei.

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