Studie: Nachhaltigkeit für KMU immer wichtiger

Der Plattformbetreiber Visable hat in einer Umfrage herausgefunden, dass kleinere Unternehmen trotz aktueller Krisen auf umweltbewusstes und soziales Verhalten setzen.

Nachhaltigkeitsmaßnahmen umzusetzen, gewinnt für viele KMU trotz Krisen an Relevanz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Visable. (Symbolbild: Malp/Fotolia)
Nachhaltigkeitsmaßnahmen umzusetzen, gewinnt für viele KMU trotz Krisen an Relevanz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Visable. (Symbolbild: Malp/Fotolia)
Sandra Lehmann

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt bei kleinen und mittleren Unternehmen einen immer höheren Stellenwert – trotz Coronapandemie und Krieg in der Ukraine. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Visable hervor. Der Betreiber der Online-B2B-Plattformen wlw (früher „Wer liefert was“) und Europages hat nach Eigenangaben über das Marktforschungsinstitut YouGov Entscheider aus kleinen und mittelständischen deutschen Unternehmen angesprochen. Mehr als 40 Prozent der Befragten gaben an, die Wichtigkeit des Themas Nachhaltigkeit habe in ihrem Unternehmen durch die aktuellen Krisen deutlich (15 Prozent) oder zumindest etwas (26 Prozent) zugenommen. Von einer Abnahme der Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit berichten insgesamt nur sieben Prozent der Befragten.

„Die aktuellen Krisen stellen Unternehmen auf unterschiedlichsten Feldern vor enorme Probleme: Massiv steigende Energiekosten und unterbrochene Lieferketten sind zwei besonders herausfordernde Beispiele. Trotzdem verliert das Thema Nachhaltigkeit dadurch nicht an Bedeutung – ganz im Gegenteil: Gerade die Krisen zeigen den Unternehmen, dass nur nachhaltiges und vorausschauendes Wirtschaften in allen Bereichen ihre Betriebe zukunftssicher macht“, so Peter F. Schmid, CEO von Visable. 

Zwei Drittel aller Unternehmen (66 Prozent) haben laut der Umfrage in den vergangenen zwölf Monaten Umwelt- und Klimainitiativen umgesetzt. Hier tue sich etwas: In einer vergleichbaren Umfrage von Visable 2021 hatte nur ungefähr die Hälfte der Unternehmen (52 Prozent) angegeben, dass es bei ihnen bereits aktive Beiträge zum Umweltschutz gibt. Bei den Maßnahmen setze sich vor allem das digitale Office immer stärker durch, beschleunigt durch die Notwendigkeiten der Coronapandemie. 31 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten vermehrt auf Homeoffice gesetzt habe. Etwa gleich viele Unternehmen hätten Dienstreisen reduziert (29 Prozent) und auf Online-Meetings umgestellt (28 Prozent). Auch die Umstellung auf papierlose Prozesse schafft es mit 29 Prozent in die Top 5 der durchgeführten Maßnahmen.

Mit dem erwarteten Abflauen der Pandemie scheint jedoch auch der Elan bei der Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Remote Work etwas abzuflachen: Für die nächsten zwölf Monate hat ein deutlich geringerer Anteil der Befragten entsprechende Maßnahmen geplant. Doch trotz der bereits jetzt durch zwei Jahre Pandemie radikal veränderten Arbeitssituation wollen immerhin 20 Prozent die Arbeit im Homeoffice noch weiter ausbauen. Jeweils 15 Prozent wollen noch mehr auf Online-Meetings umstellen und Dienstreisen reduzieren. Ein Wert bleibe in der Betrachtung für die vergangenen und kommenden zwölf Monate konstant: 13 Prozent der Befragten wollen ihre Fahrzeugflotte auf Elektroautos umstellen. Das entspreche in etwa dem Bevölkerungsdurchschnitt: Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte unter 1.500 Menschen in Deutschland kommt für 15 Prozent der Verbraucher ein vollelektrisches Fahrzeug als nächstes Auto infrage.

Nachhaltigkeit auch im europäischen Vergleich wichtig

Die Onlinebefragung wurde auf der Plattform YouGov vom 5.bis 10. April durchgeführt – neben Deutschland, wo 508 Mitarbeiter mit Entscheidungsbefugnis aus kleinen und mittelständischen Unternehmen teilnahmen, auch in der Schweiz (217 Teilnehmer), Österreich (217 Teilnehmer) und Frankreich (530 Teilnehmer). Der Ländervergleich zeigt Visable zufolge, dass die Relevanz nachhaltigen Wirtschaftens durch die aktuellen Krisen nicht nur ungebrochen ist, sondern in Teilen sogar zunimmt: Das sagten 49 Prozent der österreichischen Befragten sowie 46 Prozent der Schweizer Umfrageteilnehmer. In Frankreich sind es immerhin noch 36 Prozent.

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