Studie: Low-Code bringt Produktion und Logistik zusammen

In der Fertigung werden Low-Code-Technologien einer Studie von Mendix zufolge besonders oft eingesetzt, um Transport-, Logistik- und Lieferkettenprobleme zu lösen.

Low-Code steigt für einen Ansatz in der Softwareentwicklung, der keine oder nur geringe Programmierkenntnisse erfordert. (Symbolbild: Fotohansel / Fotolia)
Low-Code steigt für einen Ansatz in der Softwareentwicklung, der keine oder nur geringe Programmierkenntnisse erfordert. (Symbolbild: Fotohansel / Fotolia)
Therese Meitinger

Die Siemens-Tochter Mendix hat am 29. September die Ergebnisse der Umfrage „State of Low-Code in Key Verticals 2022“ bekannt gegeben. Laut der Studie erwarten die meisten Unternehmen bis 2024 eine häufigere Nutzung von Low-Code als traditionelles Coding. Die Studie zeige auch, dass sich Low-Code in 69 Prozent der befragten Unternehmen von einer Krisentechnologie zu einer Kerntechnologie entwickelt hat, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die von Mendix initiierte und vom Marktforschungsunternehmen Reputation Leaders durchgeführte Umfrage spiegelt die Erfahrungen, Beobachtungen und Meinungen von Führungskräften in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und den USA wider. Die Befragten sind in den Bereichen Banken, Finanzdienstleistungen, Versicherungen, öffentlicher Sektor, industrielle Fertigung und Einzelhandel tätig. Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 8. bis zum 20. Juni 2022 durchgeführt.

Low-Code für flexiblere Prozesse

Unternehmen nutzen Low-Code den Studienergebnissen zufolge als Grundlage für die digitale Transformation. Da Investitionen in effektive Technologien strategische Bedeutung hätten, würden sie von der Führungsebene, einschließlich CEOs, CIOs und Chief Digital Officer, vorangetrieben, heißt es. Etwa 70 Prozent der Befragten sehen Low-Code demnach als einen festen Bestandteil ihres Geschäfts. Viele der befragten Unternehmen sind sich einig, dass Investitionen in neue Technologien während der Pandemie essenziell für den Fortbestand des Unternehmens waren.

Bei allen Unternehmen, die während der Pandemie auf Low-Code setzten, haben sich laut der Studie die Prioritäten mit den veränderten makroökonomischen Bedingungen und Kundenerwartungen verändert. Im Jahr 2021 wurde Low-Code demnach aus Gründen der Zusammenarbeit, der Kostensenkung und der Geschwindigkeit eingesetzt. Jetzt beschleunige Low-Code die Entwicklung von Kundenportalen, Produktivitätsanwendungen und Unternehmenssoftware, so Mendix. Ziel sei es, die Flexibilität des Unternehmens zu erhöhen, die Einführung von Technologien zu erleichtern und Sicherheit von Beginn an in die Anwendungen mit einzubauen. Vier von zehn Unternehmen nutzen Low-Code bereits für geschäftskritische Anwendungen.

„Die Mehrheit der führenden Unternehmen, unabhängig von der Branche, nutzt Low-Code, um qualitativ hochwertigere digitale Erlebnisse zu schaffen, die Back-End-Automatisierung zu verbessern und die allgemeine Geschäftsagilität zu erhöhen", sagt Ron Wellman, Head of Industry Clouds bei Mendix.

Industrielle Fertigung: Low-Code bindet die Logistik an

Während der Pandemie nutzten die Hersteller der Studie zufolge Low-Code für die Verbindung mit Peripheriegeräten sowie zur Unterstützung von Logistik und Qualitätsbewertung. Heute wird demnach der größte Bedarf an Low-Code in den Bereichen IT (50 Prozent), Produktionstechnik (43 Prozent), Produktdesign und Qualitätskontrolle gesehen. Low-Code wird Mendix zufolge auch eingesetzt, um die Zusammenarbeit über mehrere Bereiche, Disziplinen und Regionen hinweg zu verbessern und um mit Transportunternehmen und Zulieferern in Kontakt zu treten (64 Prozent). Ein vorrangiges Ziel ist die Nutzung von Low-Code als Brücke zwischen IT und OT.

Einige Unternehmen nutzen Low-Code, um eigenentwickelte Altsysteme für Qualitäts- oder Fertigungsprozesse zu ersetzen. Für 39 Prozent der Befragten ist es wichtig, dass sich die Low-Code-Anwendungen in bestehende Altsysteme integrieren lassen. Die Mehrheit (63 Prozent) nutzt Low-Code unter anderem, um Transport-, Logistik- und Lieferkettenprobleme zu lösen.

Die beiden wichtigsten Vorteile bei der Anwendung von Low-Code in der Fertigung sind der Umfrage zufolge die verbesserte Echtzeit-Prozesstransparenz (39 Prozent) und die verbesserte Echtzeit-Datentransparenz (38 Prozent). Zusätzlich unterstützt die Datenintegration diese Vorteile. Sie ermöglicht auch die gemeinsame Nutzung von Daten außerhalb der Konstruktion, eine verbesserte Auftragsvergabe und die Erstellung von mobilen und Workflow-Anwendungen. Die beiden größten Herausforderungen für die Fertigung sind die Modernisierung der alten IT und die Produktionsüberwachung (beide 32 Prozent).

Die drei wichtigsten Anwendungsfälle in der Produktion sind derzeit Peer-to-Peer-Apps, Konnektivität mit Geräten in der Fertigung und Konnektivität mit vorhandener kommerzieller Software. Für die Zukunft wünschen sich die Befragten mehr fertigungsspezifische Anwendungsvorlagen. Sie möchten auch von unterwegs auf Altsysteme zugreifen können und Low-Code und seine KI-Funktionen mit IoT für eine intelligente Fertigung integrieren.