Studie: Künstliche Intelligenz wird globalen Einzelhandel prägen

Fast sechs von zehn Einzelhändler planen laut einer Erhebung von Honeywell den Einsatz von KI, maschinellem Lernen und Computer-Vision-Technologien innerhalb des nächsten Jahres.

Potenziale der Künstlichen Intelligenz: Auf der Intelligenz von Mitarbeitern wollen laut einer Studie von Honeywell dennoch nicht verzichten. (Symbolbild: lassedesignen / AdobeStock)
Potenziale der Künstlichen Intelligenz: Auf der Intelligenz von Mitarbeitern wollen laut einer Studie von Honeywell dennoch nicht verzichten. (Symbolbild: lassedesignen / AdobeStock)
Therese Meitinger

Laut einer aktuellen Umfrage, die am 16. August von dem US-Unternehmen Honeywell veröffentlicht wurde, planen fast sechs von zehn Einzelhändlern, im nächsten Jahr Technologien für künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen (ML) und Computer Vision (CV) einzusetzen, um das Einkaufserlebnis in den Geschäften und online zu verbessern. Die Studie gelangt ebenfalls zu dem Schluss, dass Einzelhändler diese neuen Technologien als Ergänzung und Verbesserung ihres Personals sehen und nicht als Ersatz für Arbeitsplätze.

Im Rahmen der Honeywell-Umfrage zu KI im Einzelhandel wurden nach Unternehmensangaben rund 1.000 Einzelhandelsdirektoren in den USA, Europa, dem Nahen Osten und Afrika befragt, die in leitenden Positionen tätig sind – unter anderem in den Bereichen IT, Operations und Customer Experience.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen über den aktuellen Stand der KI-, ML- und CV-Technologien gehören demnach:

  • 38 Prozent der Befragten setzen diese Technologien für ausgewählte Anwendungsfälle oder Regionen ein.
  • 35 Prozent setzen sie in größerem Umfang ein.
  • 24 Prozent befinden sich in einer Pilotphase oder in Gesprächen.
  • Lediglich drei Prozent gaben an, dass sie diese Technologien überhaupt nicht nutzen.

Fast die Hälfte (48 Prozent) der Befragten nannten KI, ML und CV als die wichtigsten Technologien, die in den nächsten drei bis fünf Jahren erhebliche Auswirkungen auf den Einzelhandel haben werden.

„Im heutigen Einzelhandelsumfeld liegt das Augenmerk verstärkt auf dem Kundenerlebnis und der Notwendigkeit, in einem wettbewerbsintensiven Umfeld innovativ zu sein“, sagt George Koutsaftes, Präsident und CEO von Honeywell Safety and Productivity Solutions.

Neue Technologien wie KI, ML und CV hätten das Potenzial, Einzelhändler in die Lage zu versetzen, personalisierte Erlebnisse zu liefern, Abläufe zu optimieren, das Bestandsmanagement zu verbessern und Betrug zu verhindern, so Koutsaftes weiter.

KI zur Verbesserung von Kundenerfahrung und Effizienz

Die Bequemlichkeit des Online-Einkaufs mit schneller Lieferung und kuratierten Einkaufsmöglichkeiten in den Geschäften haben Honeywell zufolge die Erwartungen der Verbraucher erhöht. Die in der Studie befragten Einzelhändler gaben an, dass sie hoch motiviert sind, neue Technologien einzuführen, die ihnen helfen, ihre Ziele zu erreichen.

Zu den drei wichtigsten Gründen für den Einsatz neuer Technologien zählen nach Studienangaben:

  • Verbesserung der Kundenerfahrung (59 Prozent)
  • Steigerung der Produktivität (49 Prozent)
  • Erzielung von Kosteneffizienz / Investitionsrendite (ROI) (44 Prozent)

Die Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass KI, ML und CV den größten Nutzen für vier Schlüsselfunktionen im Einzelhandel bringen werden: Automatisierung und Unterstützung alltäglicher Aufgaben wie Kommissionierung und Disposition, Unterstützung des Kundenservice, einschließlich Live-Chat, für digitale Kanäle, Erstellung gezielter Kundenmarketingkampagnen und Verbesserung der Bestandsverwaltung.

KI kein Ersatz für Mitarbeiter

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass die meisten Einzelhändler KI, ML und CV in erster Linie als Hilfsmittel zur Ergänzung und Maximierung ihrer Belegschaft sehen und nicht als Ersatz für Mitarbeiter. Nur sieben Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Hauptzweck für diese Lösungen darin bestehe, menschliche Arbeitskraft zu reduzieren.

Trotz der großen potenziellen Auswirkungen der neuen Technologien - KI, ML und CV - weisen die Umfragedaten auf drei Haupthindernisse für eine breite Einführung hin:

  • Budgetbeschränkungen (39 Prozent)
  • Schwierigkeiten beim Nachweis des geschäftlichen Nutzens (29 Prozent)
  • Fehlendes internes Fachwissen zur Wartung der Technologie (21 Prozent)