Studie: Klimawandel wird zum Topthema im Transport- und Logistiksektor

Um die Emissionsziele zu erreichen, ist laut PwC eine radikale Trendwende nötig.

Logistiker müssen die Vorteile von nachhaltigen Geschäftsmodelle erkennen – so eine Studie von PwC. (Symbolbild: AdobeStock/ Elnur))
Logistiker müssen die Vorteile von nachhaltigen Geschäftsmodelle erkennen – so eine Studie von PwC. (Symbolbild: AdobeStock/ Elnur))
Melanie Endres

Logistiker sind gefordert, ihre Ansätze zum Umgang mit Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen zu einer ganzheitlichen, langfristigen Klimastrategie weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch die Bewertung der finanziellen Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Unternehmen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Wie PwC am 15. Oktober vermeldet hat, sind die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen in der EU in den vergangenen Jahren stetig gestiegen – Hauptverursacher ist dabei der Transport von Personen und Waren auf der Straße.

„Die Transport- und Logistikbranche ist damit europaweit der einzige Sektor, bei dem die Emissionen wachsen und das vorhandene Potenzial nicht genutzt wird“, kommentiert Ingo Bauer, Leiter des Bereichs Transport und Logistik bei PwC Deutschland.

Radikale Trendwende nötig

Will Deutschland bis 2050 wie geplant klimaneutral werden, müssen demnach alle ihren Beitrag leisten. Dafür wurden im Klimaschutzgesetz von 2019 jährliche Emissionsziele für jeden Sektor festgelegt. Danach müsste der Verkehrssektor seine Abgasemissionen bis 2025 um 25 Prozent und bis 2030 um 42 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 senken.

„Um dies zu erreichen, ist eine radikale Trendwende nötig. Mit reinen Effizienzsteigerungen ohne Verkehrsverlagerung und den Übergang zu alternativen Antrieben und Kraftstoffen ist diese nicht zu bewältigen“, so die Einschätzung von Dr. Nicole Röttmer, Partnerin im Bereich Sustainability bei PwC Deutschland. Sie plädiert laut Pressemeldung dafür, dass die Unternehmen der Transport- und Logistikbranche möglichst schnell eine ganzheitliche Klimastrategie festlegen. Diese müsse zwei Perspektiven umfassen: „Transport- und Logistikunternehmen stehen einerseits vor der Aufgabe, ihre Wirkung auf den Klimawandel zu messen und zur Reduktion der Treibhausgasemissionen beizutragen. Andererseits müssen sie verstehen, welche finanziellen Auswirkungen der Klimawandel auf die Branche und ihr eigenes Geschäft haben kann – und wesentliche Maßnahmen für ihren zukünftigen Erfolg kennen und bewerten“, so die Expertin.

Chancen nutzen

„Die aktuelle Krisensituation bietet die Chance, das eigene Geschäftsmodell zu überdenken und es nachhaltig und damit zukunftsfähig auszurichten“, bewertet Transport und Logistikleiter Bauer die Lage der Logistiker.

Dabei zwingen laut PwC auch regulatorische Entwicklungen die Unternehmen aus dem Transport- und Logistiksektor dazu, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen – so steigen etwa auch die Anforderungen zu einer umfassenden integrierten Berichterstattung.

Ganzheitliche Klimastrategie

„Viele Logistiker versuchen, die Auswirkung des eigenen Unternehmens auf den Klimawandel beispielsweise mit der Berechnung des Carbon-Footprints zu erfassen, aber der nächste Schritt, die physischen Auswirkungen der Erderwärmung und die Wirkung der Anstrengungen der Weltgemeinschaft, den Klimawandel zu begrenzen, für das eigene Unternehmen auszuloten, erfolgt nur bei wenigen“, resümiert Bauer.

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