Studie: Investitionen in Supply Chain Execution-Systeme steigen

Laut einer Studie von Reuters und Blue Yonder treiben die Coronapandemie, steigende Komplexität, höhere Kosten im Bereich E-Commerce, der Bedarf an Direct-to-Consumer-Funktionalitäten (D2C) sowie finanzielle Risiken SCM-Verantwortliche besonders um.

Wie lässt sich die geforderte End-to-End-Transparenz entlang der Lieferkette herstellen? (Foto: j-mel / AdobeStock)
Wie lässt sich die geforderte End-to-End-Transparenz entlang der Lieferkette herstellen? (Foto: j-mel / AdobeStock)
Therese Meitinger

Eine neue Studie der Nachrichtenagentur Reuters und des IT-Unternehmens Blue Yonder sieht steigende Nachfrage sowie wachsende Investitionen im Bereich Supply Chain Execution und Risk Management für Transport und Lager. Der „State of Supply Chain Execution Report 2021“ zeigt einer am 30. August veröffentlichte Pressemitteilung zufolge die Haupttreiber für höhere Investitionen in Supply-Chain-Lösungen auf. Für den Bericht wurden nach Firmenangaben 589 Supply-Chain-Experten weltweit befragt. Die Informationen wurden demnach von Mai bis Juni 2021 von Einzelhändlern, Herstellern, Logistikdienstleistern, Anbietern von Technologielösungen, Start-ups und Medienverbänden gesammelt.

Händler, Hersteller und Logistikdienstleister trieben derzeit vor allem folgende Themen um, heißt es in der Mitteilung: die Coronapandemie, zunehmende Kundenzentrierung, steigende Komplexität und höhere Kosten im Bereich E-Commerce, der Bedarf an Direct-to-Consumer-Funktionalitäten (D2C) sowie finanzielle Risiken.

Corona lässt E-Commerce wachsen

Die Onlineverkäufe von Einzelhändlern und Herstellern sind der Erhebung zufolge im vergangenen Jahr um mehr als 120 Prozent gestiegen. Logistikunternehmen hätten einen explosionsartigen Anstieg des E-Commerce-Volumens erlebt und meldeten einen Anstieg von 200 Prozent im Vergleich zu 2019 und 2020, so die Studie.

„Einzelhändler, Hersteller und Logistikdienstleister transformieren ihre Supply-Chain-Abläufe, um die gestiegenen Herausforderungen zu bewältigen“, sagte Raj Patel, Senior Director, 3PL Industry Strategy bei Blue Yonder. „Langfristig werden Investitionen in Ausführungssysteme sowie End-to-End-Lieferkettentransparenz, Automatisierung und Cloud-Strategien dabei helfen, ihre Unternehmen nachhaltiger, widerstandsfähiger und agiler zu gestalten.“

 Zu den genannten Ausführungssystemen zählen beispielsweise Transportmanagementsysteme (TMS) sowie Lagerverwaltungssysteme (Warehouse Management Systems, WMS).

Pandemie veranlasst Neubewertung des SCRM

Von Rohstoffengpässen über Arbeitskräftemangel bis hin zu wachsenden Cyber-Bedrohungen: Pandemiebedingte Herausforderungen hätten das Supply Chain Risk Management an die erste Stelle gerückt, geben Blue Yonder und Reuters an. So gaben 63 Prozent der befragten Einzelhändler und Hersteller an, dass Dual-Sourcing eine bevorzugte Strategie für ihr künftiges Risikomanagement sei. Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Rohstoffen führen zu Unterbrechungen auf der Angebotsseite – selbst bei Unternehmen mit verteilten Produktionsstätten.

Auch Umweltbelange finden beim Risk Management der Lieferkettebeachtung. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Einzelhändler und Hersteller sowie die Hälfte (50 Prozent) der Logistikdienstleister planen, in Nachhaltigkeit als eine Säule ihres Risikomanagements zu investieren.

Der Bericht zeige, dass mehrere Faktoren die Investitionen in Supply-Chain-Technologien und ‚Digital-First‘-Praktiken vorantrieben, so Blue Yonder und Reuters. Logistikdienstleister nannten den Druck, die Kosten in der Lieferkette zu senken (58 Prozent), während sie gleichzeitig das Serviceniveau für ihre Einzelhandelskunden verbessern (48 Prozent) und mit dem Arbeitskräftemangel umgehen müssen (30 Prozent).

Unternehmen setzen auf dabei auf Technologien, die Transparenz für Kunden und ihre Abläufe ermöglichen, Prozesse automatisieren und die Flexibilität des Unternehmens unterstützen.

63 Prozent der Einzelhändler und Hersteller sowie 60 Prozent der Logistikdienstleister stimmten der Aussage zu, dass die End-to-End-Transparenz derzeit den höchsten ROI in ihrem Lieferkettenprozess erzielt. Etwa die Hälfte (48 Prozent) der Einzelhändler und Hersteller und mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Logistikdienstleister verfügen über eine solide Cloud-Strategie, die ein hohes Maß an Infrastrukturflexibilität ermöglicht, welches mit reinen On-Premise-Systemen nicht erreicht werden kann.

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