Studie: Insolvenzen sollen 2015 ansteigen

Für die Transportbranche wird besonders hohes Risiko prognostiziert.
Nadine Bradl

Schlechte Aussichten für das neue Jahr hat kürzlich der Hamburger Kreditversicherer Euler Hermes Deutschland prognostiziert. Die deutschen Unternehmen kämpfen laut der jüngsten Studie zunehmend mit den Folgen der zahlreichen geopolitischen Krisenherde. Zudem mache den exportstarken Deutschen die schwächelnde Konjunktur im Euroraum sowie ein verlangsamtes Wachstum in China zu schaffen.

Geringes Wachstum des BIP

Euler Hermes rechnet für 2015 deshalb mit einem geringeren Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von plus 1,2 Prozent (2014: plus 1,4 Prozent) sowie von gleichzeitig steigenden Insolvenzzahlen. Demnach steigen diese im Jahr 2015 um zwei Prozent auf 24.979 Fälle. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren die Insolvenzen um sechs Prozent gesunken.

Stagnierende Umsätze

Ein besonders hohes Risiko von Zahlungsausfällen wird in der Papier- (plus neun Prozent) und Transportbranche (plus acht Prozent) erwartet; vermeldete Thomas Krings, Risikovorstand bei Euler Hermes Deutschland. Insgesamt rechne er durch die stagnierenden Umsätze mit einem Rückgang der operativen Gewinne um 1,7 Prozent. Insbesondere die größten deutschen Industriezweige seien davon betroffen: der Automobilsektor, Maschinenbau, Elektronik- und Chemiebranche. Den Negativrekord in Sachen Zahlungsausfälle werden aber China und Russland aufstellen: Hier steigen die Ausfallraten bereits im Jahr 2014 um 103 beziehungsweise 161 Prozent.

Weltweite Insolvenzen sinken

Gute Neuigkeiten gebe es hingegen für die gesamte weltweite Entwicklung: Die Zahl der Insolvenzen sollen hier nach der Studie um drei Prozent sinken. Auch für zahlreiche westeuropäische Länder wie Spanien, Italien, Portugal, Griechenland, Dänemark oder Großbritannien erwarte man im Jahr 2015 weniger Insolvenzen als noch im Vorjahr.

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