Studie: Gesamtwert für Transport- und Logistik-M&A 2019 deutlich gestiegen

Mega-Deals und Finanzinvestoren prägten laut PricewaterhouseCoopers das Jahr.

Brexit-Wirrwarr und der Handelskrieg zwischen China und den USA hielten Unternehmen aus dem Transport- und Logistikumfeld 2019 nicht von Transaktionen und Übernahmen ab, so eine PwC-Studie. (Quelle: Worawut / Fotolia)
Brexit-Wirrwarr und der Handelskrieg zwischen China und den USA hielten Unternehmen aus dem Transport- und Logistikumfeld 2019 nicht von Transaktionen und Übernahmen ab, so eine PwC-Studie. (Quelle: Worawut / Fotolia)
Therese Meitinger

Die Fusionen und Übernahmen in der globalen Transport- und Logistikbranche legten 2019 zu – trotz drohenden Abschwungs, Brexit-Wirrwarr und Handelsstreit zwischen den USA und China. Das ist eines der Ergebnisse, zu denen eine Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) bezüglich der internationalen Deal-Aktivitäten in diesem Wirtschaftsbereich gelangte.  

Insgesamt wurden der Analyse zufolge weltweit 254 Fusionen und Übernahmen in dem Geschäftsfeld angekündigt. Das bedeutet demnach ein Plus von zwölf Prozent gegenüber 2018 sowie ein leicht überdurchschnittliches Ergebnis im Fünfjahresvergleich. Das erste Halbjahr war laut PwC mit 135 Mergers and Acquisitions stärker vertreten als die zweite Jahreshälfte, in der 119 Transaktionen bekannt gegeben wurden.

Trend zu hohen Transaktionsvolumen

Der Gesamtwert der Mergers & Acquisitions stieg 2019 gemäß der Analyse deutlich an: auf 143,3 Milliarden US-Dollar gegenüber 116,2 Milliarden im Vorjahr. Das sei vor allem auf die Zunahme bei den Mega-Deals zurückzuführen, so das Beratungsunternehmen. Die Zahl der Transaktionen sei mit einem Volumen über einer Milliarde US-Dollar ist im Jahr 2019 von 21 auf 29 geklettert. Das sind 30 Prozent mehr Mega-Deals als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, das Gesamtvolumen stieg PwC zufolge ebenfalls deutlich auf 92 Milliarden US-Dollar (2018: 69 Milliarden).

Im Vergleich zu anderen Branchen habe der Anteil der Deals mit Zielen in Transport und Logistik zugenommen, sagt Ingo Bauer, Leiter des Bereichs Transport & Logistik bei PwC Deutschland. Daran habe der boomende Onlinehandel beträchtlichen Anteil. Die nach wie vor günstigen Finanzierungsbedingungen ermöglichten dabei auch große Übernahmen.

Investoren zielen laut der Studie vermehrt auf Verkehrsinfrastruktur: Im vergangenen Jahr wurden demnach 67 Infrastruktur-Deals angekündigt (2018: 41). Zwölf der 29 Mega-Deals bezogen sich auf Ziele in diesem Bereich. Es folgt Logistics & Trucking mit acht Mega-Deals; mit einer Gesamtzahl von 94 Deals ab einer Größe von 50 Millionen US-Dollar bleibt dieser Subsektor der aktivste der Branche.

Ingo Bauer erklärt die steigende Beliebtheit von Infrastrukturzielen bei Investoren:

„Es ist nach wie vor viel Geld im Markt. Gleichzeitig fehlen profitable Anlagemöglichkeiten. Wer eine sichere Rendite sucht, landet schnell beim Kauf von Infrastrukturzielen.“

Finanzinvestoren auf dem Vormarsch

Ein Trend, der sich bereits 2018 abzeichnete, hat sich 2019 der Analyse zufolge weiter verstärkt: Finanzinvestoren engagieren sich zunehmend bei Deals in der Transport- und Logistikbranche. Mit einem Anteil von 56 Prozent seien sie aktiver als strategische Investoren gewesen, so PwC. Insbesondere bei den Mega-Deals hätten die Private-Equity-Vertreter kräftig mitgemischt: Bei 22 der 29 Deals mit einem Volumen über einer Milliarde US-Dollar waren sie beteiligt.

In Bezug auf 2020 geben sich die Analysten von PwC vorsichtig optimistisch: Der Markt sei nach wie vor von hohen liquiden Mitteln und niedrigen Zinsen geprägt. Das ist PwC zufolge eine gute Basis für eine positive Entwicklung des Deal-Geschehens. Die zunehmende Klarheit bezüglich eines Brexit-Termins am 31. Januar 2020 kann demnach ebenfalls ein positives Signal sein. Für Unsicherheit sorgten jedoch der anhaltende Handelsstreit zwischen China und den USA, die gedämpften Prognosen für das Wirtschaftswachstum sowie die im November stattfinden Präsidentschaftswahlen in den USA, so die Analyse.

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