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Studie: Fraunhofer SCS stellt Logistikimmobilien-Studie vor

E-Commerce-Wachstum weiterhin Treiber für Neubauten.
Logistikimmobilien im Fokus: (v.l.) Uwe Brackmann, Geschäftsführer der Goldbeck GmbH, Andreas Fleischer, Business Unit Director für Northern Europe der Segro Germany GmbH und Uwe Veres-Homm, Leiter Markt, Fraunhofer SCS stellen die Ergebnisse der aktuellen Studie vor. (Foto: Bradl)
Logistikimmobilien im Fokus: (v.l.) Uwe Brackmann, Geschäftsführer der Goldbeck GmbH, Andreas Fleischer, Business Unit Director für Northern Europe der Segro Germany GmbH und Uwe Veres-Homm, Leiter Markt, Fraunhofer SCS stellen die Ergebnisse der aktuellen Studie vor. (Foto: Bradl)
Nadine Bradl

Die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS hat am 6. Oktober 2015 auf der Fachmesse EXPO REAL in München die vierte Auflage der Studie „Logistikimmobilien – Markt und Standorte 2015“ vorgestellt. Themen sind unter anderem Kennzahlen zur Neubauentwicklung und Standortwahl sowie E-Commerce und regionalökonomische Auswirkungen von Logistikansiedlungen. Mit der Studie soll auch für Logistikimmobilien eine neutrale Bewertungssituation geschaffen werden, erklärte Uwe Veres-Homm, Leiter Markt, Fraunhofer SCS. Der Mitautor der Studie präsentiert die neue Ausgabe zusammen mit Uwe Brackmann, Geschäftsführer der Goldbeck GmbH, Bielefeld, und Andreas Fleischer, Business Unit Director für Northern Europe der Segro Germany GmbH, Düsseldorf, auf einer Pressekonferenz auf der Messe.

Die Kernergebnisse der aktuellen Studie, die ab Ende Oktober bezogen werden kann, sind hier zusammengefasst:

  • Konstant hohes Neubauvolumen: Rund 3,4 Millionen Quadratmeter neue Logistikfläche wurde im Jahr 2014 realisiert. Das Neubauvolumen in den vergangenen Jahren lag stabil bei rund 3,5 Millionen Quadratmetern. Dabei waren Automotive und E-Commerce für einen Großteil der Neubauflächen verantwortlich. Im ersten Halbjahr 2015 liegt man noch unter der Grenze von 1,5 Millionen Quadratmeter. Sollten aber alle noch ausstehenden Bauvorhaben umgesetzt werden, sollte auch im Jahr 2015 dieses Niveau erreicht werden.
  • E-Commerce als Treiber: Der Onlinehandel hatte einen Anteil von 14 Prozent an den Logistikneubauten und ist damit ein wichtiger Treiber. Dabei machen allerdings nicht die Fulfillmentcenter der großen Internethändler (36 Prozent) den Großteil der Logistikflächen aus, sondern die Distributionszentren der KEP-Dienstleister (42 Prozent). Sie investieren auch massiv, um die Lieferversprechen einhalten zu können, sagte Veres-Homm. Zukünftig werde für die E-Commerce-Logistik mit einem jährlichen Neubauvolumen von rund 600.000 Quadratmeter gerechnet – Tendenz steigend.
  • Nutzer der Immobilien: Die wichtigste Nutzergruppe ist der Nahrungsmittelbereich (28 Prozent), gefolgt vom Groß- und Einzelhandel. Die Automobilbranche beansprucht knapp 23 Prozent der Logistikflächen. Hier wurden in den vergangenen zwei Jahren sehr viele Immobilien – häufig für Automobilzulieferer – entwickelt, berichtete Goldbeck-Geschäftsführer Brackmann.
  • Knappe Flächen: Zu Engpässen an Logistikflächen kommt es in vielen, aber nicht in allen 23 deutschen Logistikregionen der Studie (2014: 20 Regionen). Vor allem sind hiervon die Ballungsräume wie etwa Hamburg, Berlin und München betroffen. Diese Flächenknappheit dürfte sich in den Städten noch deutlich verstärken, denn Fleischer geht beispielsweise davon aus, dass „kleinteilige Flächen inner city zunehmen“ werden. Das meiste Neubaupotenzial haben – hinsichtlich Flächenverfügbarkeit und Nachfrage – die Großräume Niederrhein, Köln und Rhein-Main.
  • Regionalökonomische Effekte: Welchen Effekte Logistikansiedlung haben ist sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt werden pro Hektar Grundstücksfläche 42 Arbeitsplätze geschaffen und eine jährliche Wertschöpfung von 1,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Die meisten Mitarbeiter setzt dabei der KEP- und Stückgutbereich ein, die höchste Wertschöpfung erzielen Produktionslogistiker.
  • Fazit zum Markt: Derzeit zeichnet sich der Logistikimmobilienmarkt vor allem durch hohen Investitionsdruck und sinkende Renditen aus.
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