Werbung
Werbung
Werbung

Studie: Fraunhofer SCS präsentiert TOP 100 der europäischen Logistik

Wirtschaftszweig verzeichnet europaweit ein Wachstumsplus von 3,7 Prozent.

Die europäische Logistikwirtschaft hat für 2018 ein Wachstumsplus von 3,7 Prozent zu verzeichnen. (Buchachon/Fotolia)
Die europäische Logistikwirtschaft hat für 2018 ein Wachstumsplus von 3,7 Prozent zu verzeichnen. (Buchachon/Fotolia)
Werbung
Werbung
Sandra Lehmann

Die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS präsentiert am 23. Oktober auf dem Deutschen Logistik-Kongress (23. bis 25. Oktober 2019 in Berlin) die neue Edition der „TOP 100 in der Logistik“- Studienreihe zum europäischen Logistikmarkt. Demnach ist die europäische Logistikwirtschaft 2018 um 3,7 Prozent gewachsen, nachdem bereits im Jahr zuvor ein Wachstumsplus von drei Prozent realisiert werden konnte. Damit ist die aktuelle Logistiklage aus Sicht der Fraunhofer SCS trotz politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten aktuell als positiv zu bewerten.

Wachstum von drei Prozent für 2019

Und auch ein quantitativer Blick in die Zukunft legt dem Forschungsinstitut zufolge weitere Wachstumspotenziale nahe. Zwar trübten Kapazitätsengpässe, Handelsstreits und unklare Aussichten beim Thema Nachhaltigkeit die Aussichten ein, aber die erstmals für diese Edition der TOP 100 erstellte analytische Prognose lässt laut Fraunhofer SCS für die europäische Logistik ein Wachstum von rund drei Prozent für 2019 wie auch für 2020 erwarten. Damit liege die analytische Prognose etwas über der Wachstumserwartung der TOP 100 Logistikdienstleister.

Konsumgüterorientierte Logistik im Aufschwung

Wie auch in den zurückliegenden Jahren sorgt der E-Commerce nach Autorenangaben für die wesentlichen Wachstumsimpulse: Paketdienste, konsumgüterorientierte Kontraktlogistik und spezielle Verkehre seien im Aufschwung, da die Versorgungsketten zum Endkunden hin immer filigraner werden und aufwendiger in der Erstellung.

Fachkräftemangel bremst

Neben dem E-Commerce sei jedoch ein weiterer operativer Treiber spürbar: Der Fachkräftemangel im Landverkehr wirkt seit 2017 messbar auf die Logistik ein, so die Wissenschaftler. Nur durch deutlich gestiegene Preise, insbesondere in den Marktbereichen Stückgut, Ladungsverkehre oder auch bei speziellen Verkehren konnten in Zentraleuropa Gehaltssteigerungen für Fahrer realisiert werden, um hier Fachpersonal zu halten oder neu zu gewinnen. Weitere Entwicklungen seien ein deutlich gestiegenes Luftfrachtaufkommen, aber im Gegenzug dazu auch ausbleibende Wachstumsimpulse im Bereich von Bulkverkehren.

Zudem stellen die Autoren in der Erhebung fest, dass das Thema digitale Technologien in der Logistik an Fahrt gewinnt. Derzeit investierten Logistikdienstleister gemessen an den Jahresumsätzen rund zwei Prozent in innovative Neuentwicklungen aus dem digitalen Bereich. Insgesamt könne damit in Europa auf ein Investitionsvolumen von rund 25 Milliarden Euro geschlossen werden. Sollten Investitionen in dieser Höhe beibehalten werden können, dürfte aus Sicht der Forscher bald eine spürbare Modernisierungswelle durch die Logistik rollen.

278 Milliarden Euro Umsatz

Insgesamt, so die Studie, ist die deutsche Logistik mit einem Umsatzvolumen von rund 278 Milliarden Euro in 2018 der größte Logistikmarkt in Europa. Nicht nur die Kopfzahl der in der Logistik Erwerbstätigen ist vergangenes Jahr um mehr als 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 3,26 Millionen Beschäftigte gestiegen, sondern auch die in diesem Bereich gezahlten Löhne.

Weitere Investitionen in Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Die Prognose für die Entwicklung der Logistik sei aber auch hier eingetrübt durch schwelende Handelskonflikte auf globaler Ebene und auch dem inzwischen jahrelang andauernden Brexit-Chaos. Nach einem starken Wachstum von mehr als vier Prozent in 2018 ist für den deutschen Logistikmarkt in 2019 mit einem Wachstum um 2,5 Prozent auf rund 285 Milliarden Euro zu rechnen. 2020 scheinen rund 2,7 Prozent und rund 293 Milliarden Euro machbar zu sein. Die 300-Milliarden-Euro-Marke könnte bei gutem weiteren Verlauf im Jahr 2021 geknackt werden. Dafür brauche es aber einen starken Welthandel, da insbesondere Exporte die deutsche Logistikbilanz beflügeln. Zudem geht es dem Fraunhofer SCS zufolge nicht nur um Masse. Die Qualität der Logistik müsse durch Investitionen und Fortschritte bei Digitalisierung und Nachhaltigkeit auch im Auge behalten werden. Daneben wird der Fachkräftemangel noch länger eine Rolle spielen, so die Arbeitsgruppe.

Die aktuelle Studie »TOP 100 in European Transport and Logistics Services 2019/2020«, wurde zusammen mit der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ) und der Bundesvereinigung Logistik e.V. herausgegeben.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung