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Studie: Firmen verkennen Komplexität der Supply-Chain-Optimierung

Laut des 10. Hermes-Barometers stellt der Brexit die Supply Chain vieler Unternehmen vor Herausforderungen.

Laut des 10. Hermes-Barometers nehmen deutsche Unternehmen die Optimierung der Supply Chain ernst, unterschätzen aber die Komplexität. (Foto: Bakhtiarzein / Fotolia)
Laut des 10. Hermes-Barometers nehmen deutsche Unternehmen die Optimierung der Supply Chain ernst, unterschätzen aber die Komplexität. (Foto: Bakhtiarzein / Fotolia)
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Therese Meitinger

Mehr als drei Viertel der deutschen Unternehmen verfolgen einen systematischen und übergreifenden Ansatz zur Optimierung ihrer Supply Chain. Das ist eines der Ergebnisse des 10. Hermes-Barometers, für die der Logistikdienstleister Hermes Germany 200 Logistikentscheider in deutschen Unternehmen befragen ließ. Die Telefoninterviews zum Thema „Optimierungsbedarf in der Supply Chain“ wurden im Februar 2019 durchgeführt.

Laut des aktuellen Hermes-Barometers arbeiten 78 Prozent der befragten Unternehmen aktiv an der Optimierung ihrer Lieferkette. Bei größeren Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind es sogar 83 Prozent – und damit 23 Prozent mehr als noch vor vier Jahren.

Einmal angestoßen, wird die große Mehrheit der Optimierungsprojekte umgesetzt, so die Studie. Ein genauerer Blick auf die Unternehmensgröße zeigt: Nach Angaben der Logistikentscheider kleinerer Unternehmen wurden mangels Erfolges lediglich 15 Prozent der gestarteten Vorhaben vorzeitig abgebrochen. In größeren Unternehmen (über 250 Mitarbeiter) wurde nach den Daten der Umfrage hingegen fast ein Viertel (23 Prozent) der Projekte eingestellt.

Risiko unterschätzte Komplexität

Grund dafür könnte die Komplexität des Optimierungsprozesses sein, vermutet man bei Hermes. So gaben 84 Prozent der Entscheider größerer Unternehmen an, dass viele Unternehmen den Aufwand zur Veränderung unterschätzen.

„Die umfassende Optimierung der Supply Chain tangiert eine Reihe interner und externer Prozesse. Gerade in größeren Unternehmen mit einer umfangreichen Zahl involvierter Partner, kann das eine große Herausforderung sein “, sagt Jan Bierewirtz, CCO und Division Manager Commercial bei Hermes international, einem Geschäftsbereich der Hermes Germany.

Doch auch weitere Herausforderungen gilt es zu meistern: Mehr als die Hälfte der Entscheider gab an, dass Kommunikationsprobleme zwischen den beteiligten Partnern (55 Prozent), der Zeit- und Kostenaufwand für die Implementierung notwendiger Technologien (51 Prozent) sowie zu wenig vorhandene Ressourcen und Know-how in betroffenen Unternehmen (48 Prozent) die Optimierung der Supply Chain erschweren. An der Kooperationsbereitschaft, aufgrund unterschiedlicher strategischer Ziele, mangelt es nach Umfrage lediglich rund einem Drittel der Befragten (36 Prozent).

Brexit als Herausforderung

Für 77 Prozent der Logistikentscheider stellt ein ganzheitlicher Ansatz zur Optimierung der Supply Chain in den kommenden Jahren einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. „Unternehmen haben erkannt, welchen Mehrwert eine optimierte Lieferkette bietet. Für den Erfolg der Transformation sollten sie sich die Reichweite ihrer Maßnahmen vor Augen führen und aktiv alle beteiligten Partner in die relevanten Prozesse integrieren. So gelingt die Optimierung und wird nachhaltig zum Unternehmenserfolg beitragen“, empfiehlt Bierewirtz.

Doch ist das nicht der einzige Grund für die Optimierung der Lieferkette: Ein möglicher Brexit wirft seine Schatten voraus. Ein Drittel der befragten Logistikentscheider (33 Prozent) gibt an, dass bei einem Austritt Großbritanniens aus der EU Anpassungen und Optimierungen der eigenen Supply Chain nötig sein werden. Für große Unternehmen sind es sogar 50 Prozent der Befragten, die dieser Aussage zustimmen.

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