Studie: Digitalisierung bestimmt Pharma-Supply-Chains

80 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Maßnahmen zur digitalen Transformation sich mittelfristig auszahlen.

Digitalisierung spielt laut der Miebach-Pharmastudie 2020 die Hauptrolle für Supply-Chain-Verantwortliche aus dem Pharma- und Lifesciencebereich. (Symbolbild: denisismagilov/Adobe Stock)
Digitalisierung spielt laut der Miebach-Pharmastudie 2020 die Hauptrolle für Supply-Chain-Verantwortliche aus dem Pharma- und Lifesciencebereich. (Symbolbild: denisismagilov/Adobe Stock)
Sandra Lehmann

Die digitale Disruption und die damit verbundenen Veränderungen stehen für Entscheider im Pharma-Supply-Chain-Bereich im Fokus. Das geht aus der „Pharma- und Lifescience-Studie“ des Frankfurter Beratungshauses Miebach Consulting hervor. Für die Erhebung waren 540 Fachleute aus Europa, dem nahen Osten, dem asiatisch-pazifischen Raum, den USA, Kanada sowie Lateinamerika befragt worden.

Maßnahmen zahlen sich aus

Wie Miebach in einer Pressemeldung mitteilt, betrachten etwa 60 Prozent der Teilnehmer die digitale Transformation als Priorität für die oberste Führungsebene. 80 Prozent gehen der Studie zufolge außerdem davon aus, dass die Vorteile digitaler Initiativen sich innerhalb der nächsten fünf Jahre realisieren lassen. Als wichtigste kurzfristige Maßnahmen werden dabei in der Studie am häufigsten die Zusammenarbeit mit Partnern in der Supply Chain, Big Data, Machine Learning, Robotik sowie Automatisierung genannt.

Reduzierung von Kosten weiter wichtig

Die maßgeblichen Herausforderungen für die Pharma Supply Chain sind nach Ansicht der Befragten nicht nur durch die digitalen Entwicklungen getrieben – der Druck zur Reduzierung der Kosten in der Supply Chain wachse und werde von den Studienteilnehmern als wichtigste Herausforderung erkannt. Neben dem deutlichen Fokus auf Kostenreduzierung haben sich nach Miebach-Angaben jedoch einige der wichtigsten Treiber in den vergangenen acht Jahren nicht stark verändert und lagen bei den Nennungen in den Miebach-Pharmastudien der Jahre 2012 bis 2020 stets im Bereich von 80 bis 95 Prozent. Diese sind dem Berater zufolge End-to-End Supply Chain Visibility, die Verbesserung der Prognosegenauigkeit und die Optimierung des Supply-Chain-Netzwerks.

Andere Themen hätten in diesem Zeitraum stark bei den Nennungen abgenommen, was überwiegend an der erfolgreichen Implementierung von Track and Trace sowie von Schutzmaßnahmen vor Medikamenten-Fälschungen, insbesondere durch die Umsetzung von Serialisierungsanforderungen, liege.

Neue Technologien im Fokus

Wie das Beratungshaus berichtet, haben zudem neue Technologien einen starken Einfluss auf den Transformationsprozess der Supply Chains. Die Pharma- und Life-Science-Unternehmen wollen dabei folgende Technologien kurzfristig umsetzen: Prozessüberwachung in Echtzeit, Manufacturing Execution Systems (MES), Robotik und Automatisierung, vorbeugende Wartung sowie Big Data. Dennoch fehlen vielen Unternehmen noch immer die benutzerfreundlichen Werkzeuge und die volle Unterstützung des Managements, um das Potenzial dieser Technologien voll auszuschöpfen.

„Die End-to-End Supply Chain Visibility wird von allen als das ultimative Ziel einer ausgereiften und effizienten Supply Chain angesehen. Die digitale Transformation wird sicherlich dabei helfen, aber vorher müssen alle beteiligten Parteien vollständig integriert werden. Die Fähigkeit, Komponenten und Produkte vom Hersteller bis zum Zielort zu verfolgen, ist wahrscheinlich eines der am meisten gewünschten Ergebnisse der digitalen Transformation“, sagt Martin Eckert, Head of Global Pharma & Life Sciences, Miebach Consulting.

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