Studie: Digitale Technologien sollen CO2-Ausstoß senken

Jeder Dritte erwartet laut Bitkom schon bald eine Erfindung, die die Klimaproblematik löst.

Bei der Bewältigung der Klimakrise spielt die Digitalisierung eine große Rolle – so das Ergebnis einer Bitkom-Befragung. (Symbolbild: Fotolia/ Denchik)
Bei der Bewältigung der Klimakrise spielt die Digitalisierung eine große Rolle – so das Ergebnis einer Bitkom-Befragung. (Symbolbild: Fotolia/ Denchik)
Melanie Endres

Die Digitalisierung wird aus Sicht vieler Menschen in Deutschland eine große Rolle dabei spielen, der Klimakrise zu begegnen, das hat der Digitalverband Bitkom kürzlich in einer Umfrage herausgefunden. So sagen mehr als drei Viertel (78 Prozent), der Kampf gegen den Klimawandel werde ohne Digitalisierung nicht zu bewältigen sein. 33 Prozent hoffen darauf, dass innerhalb der kommenden zehn Jahre eine Technologie entwickelt wird, die die Klimaproblematik gänzlich löst. Die repräsentative Befragung fand unter 1.003 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im April 2020 telefonisch statt. Die Fragestellung lautete: „Inwieweit stimmen Sie diesen Aussagen zu den Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu?“ Demnach geben 79 Prozent an, sich vor den Folgen des Klimawandels zu fürchten.

„Auf die baldige Erfindung einer Technologie zu hoffen, die universell einsetzbar ist und unsere weltweiten Klimaprobleme quasi im Vorbeigehen löst, ist sicher keine aussichtsreiche Strategie. Es geht darum, jetzt aktiv zu werden und die Energie- und Ressourceneffizienz mit Hilfe digitaler Technologien massiv zu steigern“, kommentiert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder die Umfrageergebnisse.

Potenzial für den Klimaschutz

Aus Sicht des Bitkom bergen digitale Technologien ein enormes Potenzial für den Klimaschutz.

Rohleder: „Richtig eingesetzt können wir mit digitalen Lösungen allein in Deutschland den für 2030 prognostizierten Ausstoß an CO2-Äquivalent um bis zu 37 Prozent senken – etwa durch Smart Grids, automatisiertes Heizen und Kühlen von Gebäuden, smarte Mobilitätsdienstleistungen oder Künstliche Intelligenz in der Industrie, die den Energiebedarf von Anlagen und Maschinen auf ein Minimum reduziert.“

Besonders großes Potenzial

Gemeinsam mit dem Borderstep-Institut und der Universität Zürich hat der Digitalverband Bitkom den Beitrag der Digitalisierung zum Klimaschutz untersucht. Zentrale Fragen waren dabei zum Beispiel, in welchen Bereichen die Digitalisierung besonders große Potenziale für den Klimaschutz birgt und welche klimaschädlichen Wirkungen von digitalen Technologien ausgehen können und wie sie sich reduzieren lassen.

Rohleder: „Die digitalen Anwendungen und Geschäftsmodelle müssen von der Bundesregierung gezielt flankiert werden. Klimaschutz und Digitalisierung sind die größten Herausforderungen unserer Zeit. Sie müssen zusammen gedacht und zusammen entwickelt werden.“

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