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Studie: Deutsche sind Vize-Weltmeister im Bestellen von Paketen

Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey sagt Niedergang des Briefversands voraus.

Der Boom des E-Commerce zieht ein steigendes Paketaufkommen nach sich. Besonders gerne bestellen Chinesen und Deutsche, so eine Studie von McKinsey. (Foto: Cybrain, Fotolia)
Der Boom des E-Commerce zieht ein steigendes Paketaufkommen nach sich. Besonders gerne bestellen Chinesen und Deutsche, so eine Studie von McKinsey. (Foto: Cybrain, Fotolia)
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Therese Meitinger

Die Unternehmensberatung McKinsey hat die Paketmärkte in 17 Ländern untersucht und daraus Prognosen für die Weiterentwicklung des weltweiten E-Commerce abgeleitet. Ein Ergebnis der Studie „The endgame for postal networks. How to win in the age of e-commerce“ ist, dass jeder Deutsche 2018 im Durchschnitt 24 Pakete erhielt. Damit belegt die Bundesrepublik den zweiten Platz in der internationalen Wertung, nur in China wurde der Studie zufolge mit 70 Paketen pro Kopf und Jahr mehr versandt. Platz drei und vier gehen an Großbritannien (22 Pakete) und die USA (21 Pakete). Indien und Vietnam bilden mit weniger als einem erhaltenen Paket pro Jahr die Schlusslichter der Erhebung.

Als Hintergrund der Entwicklung hat McKinsey die zentrale Rolle des E-Commerce ausgemacht. Schließlich würden 70 bis 80 Prozent der im Internet erworbenen Produkte verschickt. Der Boom wird der Untersuchung zufolge anhalten: Bis zum Jahr 2030 soll der weltweite Markt demnach um zehn Prozent pro Jahr zulegen – und damit fünfmal schneller als der stationäre Handel wachsen. Der Anteil des Onlinehandels steigt in diesem Szenario von heute neun Prozent auf dann 25 bis 30 Prozent an. Dieser Megatrend soll bis 2025 zusätzliche weltweite Umsätze von bis zu acht Billionen Euro im Handel schaffen.

103 Milliarden Euro für die „letzte Meile“

 „Um das große Potenzial im weltweiten Markt für E-Commerce-Logistik konkurrieren derzeit Postunternehmen, Logistiker und Online-Händler“, sagt Florian Neuhaus, Partner und Logistik-Experte bei McKinsey. Das Geschäft mit Paketen erreichte nach Erhebungen des Beratungsunternehmens zuletzt einen Wert von mehr als 240 Milliarden Euro. Die Paketzustellung auf der „letzten Meile“ allein mache davon mehr als 103 Milliarden Euro aus. 

Der E-Commerce-Trend wird durch neue Märkte wie Osteuropa und Subsaharaafrika, ältere Kundengruppen und zusätzliche Produktkategorien wie Möbel befeuert, so die Studie. Die größten globalen Onlineplattformen vereinten heute 40 Prozent aller weitweiten Onlinekäufe und bauten ihre eigenen Logistikangebote stärker aus. 2025 werden die Händler laut McKinsey voraussichtlich mehr als 50 Prozent des weltweiten B2C-Paketvolumens abwickeln.

Briefvolumen deutlich zurückgegangen

Gleichzeitig nimmt die Zahl der Briefe laut der Studie kontinuierlich ab. Zwar erwirtschafteten Postunternehmen derzeit 40 Prozent ihres weltweiten Umsatzes noch mit dem Briefgeschäft, jedoch habe das Volumen in allen großen Märkten im Vergleich zu den Höchstwerten um 30 Prozent abgenommen: Im Jahr 2005 lag das Verhältnis von Brief zu Paket im Gesamtmarkt bei 20:1 – heute liegt es nur noch bei 4:1. 2025 sollen nach McKinsey-Prognosen genauso viele Pakete wie Briefe verschickt werden.

„Diese Marktdynamik führt zu erheblichen Wachstumschancen, gerade in weniger entwickelten Märkten, aber auch zu Herausforderungen für Postgesellschaften und Paketdienstleister in aller Welt“, sagt Florian Neuhaus. Bei den etablierten Marktteilnehmern sehe man erheblichen Transformationsbedarf.

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