Studie: Deutsche sind fleißigste Online-Shopper Europas

Wie der KEP-Dienstleister DPD in einer europaweiten Erhebung herausfand, bekommen deutsche Interneteinkäufer im Schnitt 6,7 Pakete pro Monat zugestellt.

Durch die Coronapandemie wurden 2021 deutlich mehr Frischwaren über das Internet bestellt, wie DPD in einer Studie herausfand. (Symbolbild: Bloomua/Fotolia)
Durch die Coronapandemie wurden 2021 deutlich mehr Frischwaren über das Internet bestellt, wie DPD in einer Studie herausfand. (Symbolbild: Bloomua/Fotolia)
Sandra Lehmann

Deutsche Konsumenten führen mit durchschnittlich 6,7 Paketen pro Monat und Kopf das europaweite Ranking der Online-Shopper an. Zu diesem Ergebnis kommt der KEP-Dienstleister DPD in seinem kürzlich erschienenen „E-Shopper-Barometer 2021“. Die Erhebung, für die 23.394 Online-Käufer in 21 europäischen Ländern befragt wurden, zeige außerdem, dass deutsche E-Shopper Gewohnheitstiere sind. So werden 81 Prozent aller Onlineeinkäufe von regelmäßigen E-Commerce-Konsumenten getätigt – also Personen, die mindestens einmal monatlich im Internet bestellen Und: Deutsche Onlinekäufer bestellen überdurchschnittlich häufig bei denselben Anbietern.

Lebensmittel aus dem Netz boomen

Zudem fand DPD im Rahmen der Studie heraus, dass die Coronapandemie das Einkaufsverhalten internetaffiner Konsumenten stark verändert hat. Vor allem Frischwaren und Getränke werden demnach aktuell deutlich häufiger über das Netz geordert als noch vor Covid-19. 21 Prozent der deutschen E-Shopper haben im Jahr 2021 Waren aus diesem Segment bestellt. Im Vergleich zum letzten großen E-Shopper-Barometer der DPD Group aus dem Jahr 2020 bedeute dies einen Anstieg um neun Prozentpunkte. Dabei stünden vor allem verzehrfertige Lebensmittel und Tiefkühlkost hoch im Kurs.

„Die Coronapandemie hat in den vergangenen zwei Jahren den Blick der deutschen E-Shopper auf ihre Einkaufsgewohnheiten deutlich verändert. Im Jahr 2020 haben viele Menschen festgestellt, dass sie sich in Zeiten von Lockdowns und Warenmangel sehr gut im Internet versorgen können. Und im Jahr 2021 macht sich die Bequemlichkeit bezahlt: Warengruppen, die vormals nicht so stark nachgefragt waren, erfahren nun zunehmend mehr Zuspruch. Denn in der Pandemie hat sich gezeigt, dass auch die Versorgung mit Lebens- und Arzneimitteln via Paket hervorragend funktioniert“, erläutert Eric Malitzke, CEO von DPD Deutschland.

Deutsche E-Shopper überzeuge dabei vor allem die Möglichkeit, Lebensmittel jederzeit von zu Hause aus bestellen zu können, bei zeitgleich geringerem Zeitaufwand. Doch nicht nur auf die Bequemlichkeit hatte die Coronapandemie klare Auswirkungen: So gaben 38 Prozent der deutschen Befragten an, einen Lebensmitteleinkauf im Internet in Zeiten von Corona als sicherer zu empfinden als den Gang in ein Ladengeschäft. Die Hälfte der Studienteilnehmer, die im vergangenen Jahr Lebensmittel online bestellt hatten, gaben an, seit Pandemiebeginn häufiger Frischwaren und Getränke im Netz zu bestellen als vorher.

Preis als Hemmnis

Gleichzeitig zeige das E-Shopper-Barometer 2022 auch auf, dass es aus Sicht deutscher Onlinekonsumenten noch Verbesserungsbedarf im Angebot der Händler gibt – immerhin gaben 79 Prozent der Befragten an, keine Lebensmittel im Internet zu bestellen. Abschreckend sei für diese Personen vor allem, dass sie keine Möglichkeit hätten die zu liefernde Ware im Vorfeld auf ihre Qualität und Frische oder aber ihre allgemeine Beschaffenheit zu prüfen. Doch auch der Preis sei derzeit noch ein Hemmnis innerhalb des deutschen E-Commerce. Sowohl die Kosten der Waren, als auch die Kosten der Lieferung, werden von mehr als 30 Prozent der Befragten als zu hoch empfunden.

Nicht notwendige Waren werden seltener bestellt

Überdies sinkt nach Angaben von DPD die Nachfrage in Produktbereichen, die nicht zur notwendigen täglichen Grundversorgung gehören. Insbesondere die Kategorien Accessoires und Schmuck sowie Automobilzubehör verlieren mehr als zehn Prozentpunkte. Die Kategorien Schuhe und Mode sowie Kleinmöbel und Dekoration sinken in der Nachfrage um rund neun Prozentpunkte, heißt es vonseiten des KEP-Dienstleisters.

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