Studie: Coronakrise beschleunigt weltweite SCM-Technologisierung

Als Treiber der Entwicklung gilt der international beobachtete Zuwachs im E-Commerce.

Digitale Brille: Unternehmen setzen bestehende Technologisierungspläne nun schneller um, so ABI Research. (Foto: Jürgen Fälchle / Fotolia)
Digitale Brille: Unternehmen setzen bestehende Technologisierungspläne nun schneller um, so ABI Research. (Foto: Jürgen Fälchle / Fotolia)
Therese Meitinger

Das US-amerikanische Beratungsunternehmen ABI Research geht für 2021 von einer deutlich beschleunigten Adaptation Software- und Hardware-seitiger Technologien in weltweite Lieferketten aus. Laut der Studie „Technology-Driven Supply Chain Transformation“ nahmen im Zuge der Coronapandemie die weltweit aus dem E-Commerce erzielten Umsätze 2020 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Prozent zu. Diese Entwicklung zwinge Unternehmen nun die oft langfristig geplante Automatisierung von Fahrzeugen sowie den Einsatz von Robotik und Software-Applikationen innerhalb weniger Monate umzusetzen, so ABI Research.

In der Coronapandemie werde diese Entwicklung wohl anhalten und sich verfestigen, da sich Konsumenten und Unternehmen bereits an digital gestützten und kontaktlose Verhaltensmuster gewohnt hätten. Wer entsprechende Testbetriebe bereits vor 2020 aufgenommen habe, können den Marktforschern zufolge nun aber auch mit Steuervorteilen, Umsatzsteigerungen und massiven Investments rechnen.

Entwicklung soll längerfristig anhalten

„Die Pandemie hat bestehende Lücken in der Digitalisierung und Integration von Technologien sowie in schwachen Alternativplänen aufgezeigt. Zugleich wurde der Fachkräftemangel durch eine volatile Produktnachfrage, Angestellte, die sich in Quarantäne befanden, und saisonale Schwankungen verschlimmert“, erklärt Susan Beardslee, Principal Analyst, Freight Transportation & Logistics bei ABI Research.

Nun gelte es, längerfristige Entscheidungen für eine Post-pandemische Strategie zu treffen, um für die nächsten Ereignisse, die globale Supply Chains bewegen würden, besser aufgestellt zu sein, so Beardslee weiter. Ihr zufolge sind weltweit zahlreiche Unternehmen gerade dabei, ihre Resilienz und Agilität zu verstärken, um unbekannte Größen künftig besser adressieren zu können.

„Einige Trends haben sich innerhalb von Monaten auf das beschleunigt, was ursprünglich Teil eines Fünf-Jahres-Plan war“, sagt Beardslee.

Die Annahme von Technologien beschleunigt sich ABI Research zufolge entlang der gesamten Lieferkette. Sie bezieht sich demnach vor allem auf Software und Hardware für die Automatisierung von Fahrzeugen, Robotik, Künstliche Intelligenz und Machine Learning, Blockchains und Computer-Vision-Systemen.  

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