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Studie: Beschädigte Retouren und Kostendruck bestimmen den Onlinehandel

Nach Angaben des Händlerbundes vernichten 33 Prozent der Unternehmen gelegentlich Rücksendungen, die defekt sind.

Wie der Händlerbund herausfand, geht die Vernichtung von Retouren hauptsächlich auf die Beschädigung von Waren zurück. (Symbolbild: Monkeybusiness/Fotolia)
Wie der Händlerbund herausfand, geht die Vernichtung von Retouren hauptsächlich auf die Beschädigung von Waren zurück. (Symbolbild: Monkeybusiness/Fotolia)
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Sandra Lehmann

Große Mengen beschädigter Retouren und steigender Kostendruck bestimmen aktuell den Onlinehandel in Deutschland. Das geht aus der Logistik-Studie 2019 hervor, die der Händlerbund Anfang November der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Wie der Handelsverband mit Sitz in Leipzig in einer Befragung unter 531 deutschen Onlineanbietern zu den Themen Retouren, Verpackung und Versand herausfand, liegen die Gründe für die Vernichtung zurückgesendeter Waren vor allem in der unachtsamen Behandlung bestellter Produkte. So entsorgen rund 33 Prozent der Befragten gelegentlich Waren und geben als Hauptgrund dafür die Beschädigung der Retouren an.

Kleidung und Saisonware häufig betroffen

78 Prozent der Studienteilnehmer erhalten dem Händlerbund zufolge Bestellungen zurück, die mit 30 Prozent Preisabschlag weiterverkauft werden müssen. Besonders häufig betreffe dies Produkte aus den Segmenten Textil, Saisonwaren und Werkzeuge, die laut Studie in gebrauchtem oder schlechtem Zustand zurückgeschickt werden. In einigen Fällen, so der Händlerbund, sorgen auch Recyclingkosten (18 Prozent) oder die Umsatzsteuerpflicht für Sachspenden (11 Prozent), dafür, dass Retouren vernichtet werden. Im Jahresdurchschnitt werden Studienangaben etwa 11,4 Prozent aller Rücksendungen von Unternehmen entsorgt.

Positive Nachrichten gibt es dem Händlerbund zufolge in Fragen der Verpackungswahl. Während im Vorjahr nur 26 Prozent der Befragten Wert auf die Nachhaltigkeit von Versandverpackungen gelegt haben, spielt dieser Faktor 2019 für rund 42 Prozent der Studienteilnehmer eine Rolle. 44 Prozent gaben an, ihre Verpackungen in den vergangenen Monaten nachhaltiger gestaltet zu haben.

Preis und Sicherheit

Dennoch, so der Händlerbund, sind die bestimmenden Kriterien der Verpackungswahl nach wie vor der Preis (59 Prozent) sowie Sicherheit (49 Prozent). Auf Wiederverwendbarkeit (39 Prozent) und eine ansprechende Optik (42 Prozent) legen hingegen weniger Onlinehändler Wert.

DHL an der Spitze

Hinsichtlich der Wahl eines Versanddienstleisters ist für 90 Prozent das Kriterium Zuverlässigkeit das Wichtigste, dicht gefolgt von Sendungsverfolgung (79 Prozent), Schnelligkeit (73 Prozent) und niedrigen Kosten (60 Prozent). Als eher unwichtig eingestuft werden Services wie Same Day Delivery (51 Prozent), CO2-neutrale Zustellung (34 Prozent) und eine Schnittstelle zum Shopsystem (27 Prozent). Wie in den Studien zuvor führt auch diesem Jahr die DHL mit 86 Prozent der Stimmen das Ranking der meist genutzten Versanddienstleister an, das im Rahmen der Logistik-Studie erhoben wird. Auf den Plätzen zwei, drei und vier folgen laut Händlerbund Deutsche Post, DPD und GLS. Rückläufig seien die Zahlen hingegen bei Hermes (14 Prozent) und UPS (6 Prozent).

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