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Studie: Bei Leercontainern ließe sich viel Geld sparen

Kooperationen könnten Millionen von Containerbewegungen vermeiden.
Da viele Akteure in der Schifffahrt keine Informationen an die Mitbewerber weitergeben wollen, kommen keine Leercontainer-Pools zu Stande. Dabei wäre das Einsparpotenzial sehr groß, denn das Leercontainerhandling kostet weltweit 30 Milliarden US-Dollar. (Symbolfoto: Fotolia/natannan)
Da viele Akteure in der Schifffahrt keine Informationen an die Mitbewerber weitergeben wollen, kommen keine Leercontainer-Pools zu Stande. Dabei wäre das Einsparpotenzial sehr groß, denn das Leercontainerhandling kostet weltweit 30 Milliarden US-Dollar. (Symbolfoto: Fotolia/natannan)
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László Dobos

Das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (Fraunhofer CML) hat eine neue Forschungsarbeit zum Handling leerer Container veröffentlicht. In seiner Dissertation „Kooperationen in der maritimen Leercontainerlogistik“ untersucht Dr. Johannes Schlingmeier die Potenziale von Leercontainerpools. Das Fraunhofer CML beziffert die Kosten für Leercontainertransport und –handling weltweit auf 30 Milliarden US-Dollar. Zwar haben die Reeder Vessel-Sharing-Agreements, aber keine kooperativen Ansätze bezüglich Leercontainer, obwohl die Einsparmöglichkeiten anscheinend groß sind.

Misstrauen zwischen den Akteuren

Schlingmeier erklärt das Problem so: Eine gemeinsame Leercontainerlogistik bedürfe eines regelmäßigen Austauschs von Standortinformationen, welcher jedoch für die Konkurrenz Rückschlüsse auf die Kundenstruktur zulasse. Außerdem werde der Wettbewerber gestärkt, da ihm dringend benötigte Leercontainer zur Verfügung gestellt werden. Nicht zuletzt würden die Reedereien nicht an das Potenzial einer derartigen Kooperation glauben.

Wissenschaftliche Analyse der Leercontainerbewegungen

Um dieses Potenzial zu bestimmen und die Vorzüge von Kooperationen zu ermitteln, bedient sich der Autor des Netzwerkmodells der Logistik, in dem die wirtschaftlichen Vorgänge als Menge an Knoten und Kanten dargestellt werden. Sie bilden ein Netzwerk, in dem Rechte, Güter, Finanzströme und Informationen von Quellen über Senken zu Kanten fließen. Dabei dient die maritime Transportkette als Grundlage für ein technisches und organisatorisches System, in welchem der Fluss abgebildet wird. Die Leercontainerlager bilden in dem Netzwerk die Knoten.

Fast acht Prozent Einsparungen sind möglich

Da sich jedoch deren Angebot ständig abändert, ändert sich ebenfalls das Netzwerk. Hierbei ist eine kontinuierliche Erhebung aktuellster Daten erforderlich. Ferner wird im Netzwerk als Senke der Ort mit den Nachfragern nach Leercontainern dargestellt. Somit lässt sich demzufolge feststellen, dass die Entfernung zwischen Knoten und Senke die Höhe der Aufwandskosten beeinflusst. Die Analyse der globalen Leercontainertransporte bringt folgende Ergebnisse an den Tag: Das größte Matchingpotenzial im untersuchten Containerpool liegt bei den 20-Fuß-Containern. Von einer jährlichen Gesamtanzahl von weltweit mehr als 35 Millionen Leercontainerbewegungen könnte der Transport von knapp 2,7 Millionen Leercontainern vermieden werden.

Online-Plattform als Lösung

Gehoben werden soll dieses Potenzial laut Schlingmeier mittels einer Online-Plattform, auf der Containerreedereien, Containerleasinggesellschaften, die Betreiber von Leercontainerdepots und viele weitere Akteure das Angebot und die Nachfrage leerer Container einstellen können. Seit dem Beginn der Studie im Jahr 2012 haben an dem Projekt neun der 25 größten Reedereien teilgenommen, was circa 46 Prozent der globalen Containerflotte entspricht.

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