Studie: Bei diesen Logistik-Unternehmen wollen Studenten arbeiten

Eine Studie sieht das Wirtschaftsfeld Logistik im Mittelfeld, was Zielbranchen von Studenten angeht.

Die Logistik ist für Studentenjobs gefragt, sagt Eckhard Köhn, Geschäftsführer von Studitemps. (Foto: Studitemps)
Die Logistik ist für Studentenjobs gefragt, sagt Eckhard Köhn, Geschäftsführer von Studitemps. (Foto: Studitemps)
Therese Meitinger

Welche Branchen und Unternehmen sind für die fast drei Millionen deutschen Studenten als künftige Arbeitgeber besonders interessant? Diese Frage untersucht die Studie „Fachkraft 2030“, deren aktuelle Ausgabe der auf Studenten spezialisierte Personaldienstleister Studitemps zusammen mit der Maastricht University Ende 2019 veröffentlichte. 22.000 Studierende aus ganz Deutschland wurden dabei nach Unternehmensangaben nach ihren Präferenzen aus 31 Branchen und den jeweils zugehörigen Firmen befragt.

15,3 Prozent der Befragten entschieden sich demnach für den Sektor „Bildung, Erziehung und Forschung“ als Wunschbranche. Laut der Studie wollen aber mehr als 30 Prozent der auf Lehramt Studierenden nach ihrem Abschluss nicht an einer Schule oder im Bildungsbereich arbeiten. Womöglich eine Reserve, die das Wirtschaftsfeld Logistik im Kampf gegen den Fachkräftemangel erschließen kann?

Aktuell haben deutsche Studierende der Umfrage zufolge den Wirtschaftsbereich Logistik und Verkehr allerdings oft noch nicht als attraktives Zielsegment auf dem Schirm: Mit 1,7 Prozent der Befragten liegt das Geschäftsfeld im Mittelfeld (Platz 16 von 31). Gegenüber der letzten Erhebung 2016 gibt es sogar einen leichten Negativtrend: „2016 wollten noch 1,9 Prozent der Studierenden beruflich in diesen Bereich einsteigen“, erklärt Eckhard Köhn, Geschäftsführer Studitemps, gegenüber LOGISTIK HEUTE. „Das sind allerdings Abweichungen, die durchaus verkraftbar sind.“

Große Unternehmen und bekannte Namen gewünscht

Bei den Wunscharbeitgebern dominieren in dem Segment Logistik & Verkehr die großen Unternehmensgrößen und bekannten Namen. Spitzenreiter ist die Deutsche Bahn (14,7 Prozent), gefolgt von Kühne + Nagel (8 Prozent) und DB Schenker (7,6 Prozent). Auch die Deutsche Post (5,4 Prozent) und die Hamburger Hafen und Logistik (4,5 Prozent) gehören zur Spitzengruppe. 3,6 Prozent der Befragten können sich nach dem Studium einen Einstieg bei Dachser vorstellen, 2,7 Prozent interessieren sich für Hapag-Lloyd.

„Das Recruiting des Fachkräftenachwuchses beginnt schon bei den Studierenden“, sagt Eckhard Köhn von Studitemps. Eine Möglichkeit, Studenten frühzeitig auf Logistik- und Transportunternehmen aufmerksam zu machen, sieht er in der Zeitarbeit. 15 Prozent der monatlich 8.000 von Studitemps vermittelten Studierenden sind nach eigenen Angaben im Bereich Logistik tätig – etwa bei Vosteen, Sanacorp oder Geodis. Der Andrang von Studierenden in diese Branche wachse, so Köhn.

„Die Studierenden schätzen die flexiblen Arbeitszeiten – heißt auch mal abends oder am Wochenende, wenn keine Vorlesung ist – und erzählen uns häufig, dass sie die körperliche Arbeit in der Logistik als guten Ausgleich zum ständigen Lernen schätzen“, sagt Köhn. Nach Studitemps-internen Erhebungen können sich 40 Prozent der Studierenden, die in der Logistik tätig sind, vorstellen auch nach dem Studium weiterhin im Wirtschaftsfeld zu arbeiten.

„Das ist durchaus schmeichelhaft für die Arbeitgeber!“, kommentiert Köhn. „Sie sollten daher mit gestärktem Selbstvertrauen in mögliche Übernahmegespräche mit den Studierenden gehen beziehungsweise sich generell trauen, diese auf eine Übernahme anzusprechen. Was wir nämlich auch aus unseren Studien sehen ist, dass nur mit 13 Prozent der Studierenden in der Logistikbranche ein Perspektivgespräch geführt wird.“  

Printer Friendly, PDF & Email

Branchenguide