Studie: Anteil der Letzte-Meile-Dienste steigt bis 2030 um 78 Prozent

Laut einer McKinsey-Erhebung führt die Entwicklung zu erheblichen Belastungen für Umwelt und Verkehrsteilnehmer.

Die Lieferung bis an die Haustür hat Folgen: Wie McKinsey berichtet, nehmen Last-Mile-Dienste bis 2030 massiv zu. Das belaste Umwelt und Verkehr. (Symbolbild: Halfpoint/Adobe Stock)
Die Lieferung bis an die Haustür hat Folgen: Wie McKinsey berichtet, nehmen Last-Mile-Dienste bis 2030 massiv zu. Das belaste Umwelt und Verkehr. (Symbolbild: Halfpoint/Adobe Stock)
Sandra Lehmann

Wie das Beratungsunternehmen McKinsey in einer gemeinsamen Studie mit dem World Economic Forum herausgefunden hat, könnte die Nachfrage für Letzte-Meile-Services in Innenstädten bis 2030 weltweit um 78 Prozent steigen. Das teilte der Berater Anfang Januar mit.

Urbanisierung hat Folgen

Zurückzuführen sei dies McKinsey zufolge auf verschiedene wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren, die sich in den kommenden Jahren global bemerkbar machen. So würde den Angaben zufolge bis 2030 etwa 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Bereits 2021 würden zudem 2,1 Milliarden Menschen ihre Waren hauptsächlich online einkaufen.

Mehr Onlinekäufe erwartet

Darüber hinaus geht das Beratungsunternehmen davon aus, dass der Anteil an Gütern des täglichen Bedarfs, die im Netz geordert werden, jährlich um rund 10 Prozent steigt. Ein Wachstum im Onlinesegment, so McKinsey, sollen auch Warengruppen erfahren, die derzeit im E-Commerce noch unterrepräsentiert sind. Wie der Konzern analysiert hat, werden bis 2023 in den USA 32 Prozent der Möbelkäufe im Internet stattfinden. Dies erhöhe auch den Bedarf an Lieferungen auf der letzten Meile beziehungsweise Same-Day-Delivery-Services. In der Studie prognostizieren die Autoren für diesen Bereich etwa ein Wachstum von 20 bis 40 Prozent.

Das hat, wie das Unternehmen mitteilte, erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und den innerstädtischen Verkehr. Laut McKinsey führt die Zunahme an Letzte-Meile-Diensten in den weltweit 100 größten Städten bis 2030 zu 36 Prozent mehr Lieferfahrzeugen auf den Straßen. Infolge dessen könnten die CO2-Emissionen um rund 25 Millionen Tonnen steigen – so wie auch die Staus in den Innenstädten. Rund 21 Prozent mehr Verkehrsbehinderungen sind McKinsey zufolge bis 2030 zu erwarten. Das bedeutet aus Sicht des Beraters, dass Pendler täglich bis zu 11 Minuten länger für ihren Weg benötigen als es bereits heute der Fall ist.

Um dieses Szenario zu verhindern, schlägt das Beratungshaus eine Reihe von Maßnahmen zur Entlastung von Umwelt und Verkehr vor. Unter anderem empfiehlt McKinsey den Einsatz von batterie- oder Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen sowie dynamisches Rerouting, Nachtlieferungen und die Nutzung moderner Technologien wie etwa automatisierte Lieferroboter und fahrbare Paketboxen. Auch eine stärkere Zusammenarbeit verschiedener Anbieter – beispielsweise mit gemeinsamen Paketboxen – könnten aus Perspektive des Unternehmens die Effizienz der Last-Mile-Lieferung erhöhen.

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