Studie: 2021 war Rekordjahr für Übernahmen in der Logistik

Laut einer Erhebung von PwC gab es 322 Deals im Wert von 219,1 Milliarden US-Dollar.

Fusionen und Übernahmen in der Logistik stiegen 2021 auf ein neues Rekordhoch - das zeigt eine Studie der Wirtschaftsberatungsgesellschaft PwC. (Symbolbild: Worawut/Fotolia)
Fusionen und Übernahmen in der Logistik stiegen 2021 auf ein neues Rekordhoch - das zeigt eine Studie der Wirtschaftsberatungsgesellschaft PwC. (Symbolbild: Worawut/Fotolia)
Sandra Lehmann

Die Transport- und Logistikwirtschaft beendet das zweite Jahr der Coronakrise mit einem neuen Rekord bei den Fusionen und Übernahmen: 322 Deals im Gesamtwert von 219,1 Milliarden US-Dollar wurden 2021 angekündigt. Besonders strategische Investoren waren aktiv und sind für 44 Prozent der Zusammenschlüsse und Transaktionen verantwortlich. Treiber der Entwicklung ist auch in diesem Jahr der Bereich Güterverkehr und Logistik, der drei Viertel der Deals ausmacht. Zu diesen Ergebnissen kommt die Analyse „Transport & Logistics Barometer“ von PwC Deutschland, in der die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft die aktuellen Entwicklungen, Mergers & Acquisitions (M&A), Joint Ventures, strategischen Allianzen und Venture Deals in der Transport- und Logistikindustrie im Gesamtjahr 2021 untersucht.

„Der anhaltende Boom bei den Mergers & Acquisitions im Güterverkehr und in der Logistik wird von zwei Motivationen getrieben. Zum einen ist durch die Pandemie die Bedeutung von stabilen Lieferketten und funktionierenden Häfen und Flughäfen stark gestiegen. Das erklärt auch den hohen Anteil strategischer Investoren, die mehr Einfluss auf die Supply Chains gewinnen wollen. Zum anderen versuchen die Marktteilnehmer, durch Übernahmen und Allianzen – auch außerhalb ihres Kerngeschäfts – ihr Geschäftsmodell resilienter zu machen“, erläutert Ingo Bauer, Partner und Leiter des Bereichs Transport & Logistik bei PwC Deutschland.

Diese Entwicklung schlägt sich dem Beratungshaus zufolge klar in Zahlen nieder: 54 Dealankündigungen zielten auf Verkehrsinfrastruktur, davon stehen 24 in Bezug zu Häfen.

„Neben galoppierenden Frachtpreisen haben auch die steigenden Nachhaltigkeits- und Klimaschutzanforderungen die Gesamtbranche beflügelt. Die ambitionierten politischen Vorgaben wirken sich dabei positiv auf die Innovations- und Wandlungsbereitschaft der ganzen Branche aus, die mit neuen Konzepten und Technologien experimentiert: Nearshoring, Effizienzsteigerungen durch digitale Marktplätze, multimodaler Transport, alternative Liefermethoden, gemeinsam genutzte Flotten und Anlagen, neue Antriebstechnologien oder alternative Kraftstoffe“, sagt Dr. André Wortmann, Partner und Koordinator Transport & Logistik Deals bei PwC Europe.

Mit Blick auf den weltweiten Venture-Capital-Markt ließen sich weiterhin starke regionale Unterschiede beobachten. Von den 100 größten Venture-Capital-Deals in Transport und Logistik fanden 26 Prozent in China und 13 Prozent in Indien statt, was auf die starke gesamtwirtschaftliche Leistung und eine größere Aufgeschlossenheit gegenüber Innovationen und neuen Geschäftsmodellen zurückzuführen ist. Auf die USA entfielen 28 Prozent, während Europa an dritter Stelle liegt (16 Prozent). Obwohl Europa durchaus über große Akteure in der Branche verfügt, hinkt die finanzielle Unterstützung von Start-ups im Vergleich zu anderen Regionen hinterher, heißt es vonseiten PwC. Die großen globalen Player erschlössen den VC-Markt nur vorsichtig und beteiligten sich international bisher eher an kleineren Finanzierungen.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Fusions- und Übernahmeaktivität auf hohem Niveau im laufenden Halbjahr fortsetzt, da die Unternehmen der Transport- und Logistikbranche weiter nach Wachstumsoptionen suchen und ihr Dienstleistungsangebot durch Übernahmen erweitern werden. Dabei dürften auch Investitionen in Digitalisierung und veraltete Infrastruktur weiter an Bedeutung gewinnen. Handlungsleitend wird dabei das Ziel sein, das Risiko einer Unterbrechung von Lieferketten in Zukunft zu mindern und zugleich die nationalen wie internationalen Tätigkeiten nachhaltiger und ressourcenschonender zu gestalten“, so Bauer abschließend.

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