Streikserie: Stresstest für Einkauf und Logistik

BME sieht deutschen Nimbus der Verlässlichkeit in Gefahr.
Matthias Pieringer

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) hat davor gewarnt, dass die jüngsten Arbeitsniederlegungen bei Bahn und Lufthansa dem Standort Deutschland schaden und das Image massiv beeinträchtigen würden. Hohe Strompreise und die sich weiter eintrübende Konjunktur machten der Industrie schon genug zu schaffen, sagte Dr. Christoph Feldmann, BME-Hauptgeschäftsführer, am 4. Dezember in Frankfurt am Main. „Deshalb müssen die Spartengewerkschaften GDL und Vereinigung Cockpit mit ihren völlig überzogenen Streikaktionen die Wirtschaft nicht noch zusätzlich belasten“, sagte Feldmann.

Die deutsche Wirtschaft werde für ihre stabilen Lieferketten geschätzt. Streiks seien bisher die Ausnahme und daher für die Unternehmen in ihren Auswirkungen berechenbar gewesen, führte der BME-Hauptgeschäftsführer aus. „Die Tarifpartner gingen bei ihren Kontroversen bisher stets verantwortungsvoll und konstruktiv miteinander um. Das galt sowohl für die Länge des Streiks als auch für dessen Härte, den die DGB-Gewerkschaften zudem stets im Blick hatten. Am Ende der Verhandlungen stand meistens ein für beide Seiten akzeptabler Kompromiss“, sagte Feldmann.

Durch das jetzt zu erlebende Verhalten von GDL und Vereinigung Cockpit, laufe Deutschland, insbesondere bei seinen ausländischen Nachbarn Gefahr, den Nimbus als gut funktionierender und verlässlicher Wirtschaftsstandort zu verlieren. Feldmann: „Das spüren wir mittlerweile sowohl in unseren Gesprächen mit deutschen Firmen und Politikern, die wir ins Ausland begleiten, als auch mit BME-Partnern jenseits unserer Landesgrenzen. Für sie alle ist das gegenwärtige Verhalten der beiden Einzelgewerkschaften kaum noch zu verstehen.“

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