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Strategie: Weidmüller-Pläne blockiert

Betriebsrat des Elektrotechnikherstellers stoppt Logistik-Teilverlagerung vorerst.
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Redaktion (allg.)

Im kommenden Jahr 2015 will die Weidmüller Interface GmbH & Co. KG, Detmold, einen Teil ihrer Logistiksparte nach Dortmund verlagern. Dort soll die Bahntochter Schenker Deutschland AG, Frankfurt, ein neues Warenverteilzentrum betreiben und Fertigteile für den Elektrotechnikhersteller versenden.

Von den Plänen nicht begeistert ist die Detmolder Vertretung der Gewerkschaft IG-Metall. Sie fordert, dass DB Schenker das Warenverteilzentrum im nahe gelegenen Lippe bauen soll, schreibt das "Mindener Tageblatt". Vor dem Arbeitsgericht Detmold erwirkte der Betriebsrat dem Artikel zufolge jetzt eine einstweilige Verfügung. Der Arbeitsrichter untersagte Weidmüller damit die Vertragsunterzeichnung mit DB Schenker Logistics, solange der Vorstand nicht wenigstens den Versuch eines Interessenausgleichs unternommen oder eine Einigungsstelle eingeschaltet habe.

Dem Unternehmen droht bei Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Das motivierte den Vorstand offenbar, doch noch offizielle Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufzunehmen. Leiharbeiter, die laut richterlichem Beschluss ebenfalls der Belegschaft zuzurechnen sind, werde Weidmüller nach Bedarf einsetzen, sagte eine Weidmüller-Sprecherin der Tageszeitung.

Letztlich könne der Betriebsrat die Verlagerung nicht verhindern, zitiert das Blatt den Detmolder IG-Metall-Sekretär Erich Koch. Dennoch werde die Gewerkschaft für den Erhalt der Arbeitsplätze in Lippe mit allen verfügbaren Mitteln kämpfen. Betroffen seien neben 70 festangestellten Mitarbeitern, die Weidmüller behalten will, auch rund 45 Leiharbeiter, die teils von der kommunalen Beschäftigungsförderungsgesellschaft Netzwerk Lippe kommen und einen eigenen Tarifvertrag haben.

"Wir wollen uns auch für die Leiharbeiter einsetzen. Die haben teilweise sechs bis sieben Jahre für uns gearbeitet", erklärt der Weidmüller-Betriebsratsvorsitzende Robert Chwalek. Laut dem BR-Chef habe der Weidmüller-Vorstand seit Monaten bestritten, dass es sich bei den Verlagerungsplanungen "um eine Betriebsänderung handelt, die mit dem Betriebsrat zu verhandeln und in einem Interessenausgleich zu vereinbaren ist." Weil der Vorstand dies verweigert habe und sämtliche Vorschläge des Betriebsrats kategorisch abgelehnt habe, "tun wir alles, um ihm Knüppel zwischen die Beine zu werfen", kündigt Chwalek an.

(akw)
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