Strategie: Amazon setzt auf Innovationslabor für Logistik

In Italien testet der E-Commerce-Anbieter unter anderem Sortiersysteme, Robotik, FTS und Hebevorrichtungen.

In einem Innovationslabor testet Amazon unter anderem Hebevorrichtungen für den Einsatz in der eigenen Logistik. (Foto: Amazon)
In einem Innovationslabor testet Amazon unter anderem Hebevorrichtungen für den Einsatz in der eigenen Logistik. (Foto: Amazon)
Sandra Lehmann

Der Onlineriese Amazon hat ein Innovationslabor für Logistikanwendungen im norditalienischen Vercelli vorgestellt. Wie der E-Commerce-Anbieter am 20. Mai in einer Pressemitteilung bekannt gab, nimmt das Labor vor allem Technologien in den Blick, die die Mitarbeiter in den Logistikzentren körperlich entlasten sollen.

Zu den neuen unterstützenden Technologien zählen:

  • Sortiersysteme für Artikel: Ein vollautomatisches Sortiersystem für einzelne Artikel, das die Muskeln entlastet, da die Mitarbeiter nicht mehr in den Behältern nach Artikeln suchen müssen.
     
  • Palettierroboter: Ein gänzlich separierter großer Roboterarm, der den Einsatz von Gabelstaplern zum Anheben von Paletten überflüssig macht und Behälter automatisch von einem Ort zum anderen bewegt.
     
  • Hebevorrichtungen: Eine Maschine, die Behälter anhebt und sie automatisch auf Förderbänder stellt.
     
  • Automatisch geführte Wagen und Fahrzeuge: Unterstützende Roboter – ähnlich wie die Transportroboter –, die automatisch durch den Standort fahren und Gegenstände für Menschen transportieren. Durch sie sollen unnötige Schritte reduziert und Mitarbeiter müssen keine Wagen und Behälter mehr schieben und ziehen. Diese Roboter verfügen Amazon zufolge über Sensoren und folgen vorprogrammierten Routen, um Zusammenstöße mit Menschen oder Maschinen zu vermeiden.
     
  • Sortierroboter: Roboterarme, die den Mitarbeitern wiederkehrende Aufgaben wie Heben, Stapeln und Wenden abnehmen, sodass sie sich auf abwechslungsreichere Aufgaben konzentrieren können, die Roboter nicht erledigen können. 

Automatisch geführte Fahrzeuge sind Amazon zufolge bereits in Italien im Einsatz und werden auch in Polen und Großbritannien eingeführt; Hebevorrichtungen sollen zukünftig in Polen und Großbritannien Anwendung finden; Sortiersysteme für Artikel und Palletierroboter sind in Italien, Spanien, Deutschland, Polen und Großbritannien im Einsatz; und Sortierroboter werden in Italien, Spanien und Deutschland eingesetzt. Im Laufe dieses Jahres folge die Einführung von Sortierrobotern in Polen, Frankreich und Großbritannien.

Schulungen für neue Anwendungen

Da neue Technologien auch in weiteren Ländern und an anderen Standorten eingeführt werden, bietet Amazon nach eigenen Aussagen Schulungen für alle Mitarbeiter an, wenn solche neuen Innovationen angewendet werden sollen.

„Wir arbeiten eng mit Gesundheits- und Sicherheitsexperten sowie Wissenschaftlern zusammen, führen täglich Tausende von Sicherheitsinspektionen in unseren Gebäuden durch und haben Hunderte Änderungen vorgenommen, die auf das Feedback der Mitarbeiter zurückzuführen sind. Sobald wir eine neue Technologie einsetzen und die Mitarbeiter schulen, hilft uns das kontinuierliche Feedback bei der Verfeinerung und Verbesserung der Technologie. Unsere Mitarbeiter stehen im Mittelpunkt, wenn es darum geht, die richtige Technologie für ihren jeweiligen Geschäftsbereich zu entwickeln“, erläutert Stefano La Rovere, Leiter für fortschrittliche Technologie bei Amazon in Europa, der die Wissenschaftler und Ingenieure des Labors führt.

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