Straßengüterverkehr: Daimler und Total bauen Wasserstoff-Infrastruktur aus

Die Zusammenarbeit umfasst die Wasserstoffbeschaffung inklusive der damit verbundenen Logistik, die Belieferung von Tankstellen mit Wasserstoff, die Entwicklung wasserstoffbasierter Lkw, den Aufbau eines Kundenstamms sowie weitere Bereiche.

Daimler und TotalEnergies wollen die H2-Technologie im Lkw vorantreiben. (Foto: Daimler)
Daimler und TotalEnergies wollen die H2-Technologie im Lkw vorantreiben. (Foto: Daimler)
Therese Meitinger
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Der Lkw-Hersteller Daimler Truck AG und der französische Mineralölkonzern Total Energies haben eine Vereinbarung zum Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur für Lkw in Europa getroffen und wollen damit die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs in der EU vorantreiben. Das besagt eine Pressemitteilung vom 10. November. Ziel sei es, die Attraktivität und Effektivität eines CO2-neuralen Straßengüterverkehrs auf Wasserstoffbasis zu demonstrieren. Bei der Einführung der Technologie wolle man eine führende Rolle einnehmen.

Von der Beschaffung bis zum Betrieb

Die Zusammenarbeit umfasst die Wasserstoffbeschaffung inklusive der damit verbundenen Logistik, die Belieferung von Tankstellen mit Wasserstoff, die Entwicklung wasserstoffbasierter Lkw, den Aufbau eines Kundenstamms sowie weitere Bereiche. Der Mineralöl- und Energiekonzern plant, bis 2030 direkt oder indirekt bis zu 150 Wasserstofftankstellen in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Frankreich zu betreiben. Im Rahmen der Kooperation werde Daimler Truck bis 2025 auch wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Lkw an seine Kunden in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Frankreich liefern. Ziel sei ein einfacher und wettbewerbsfähiger Betrieb der Fahrzeuge.

„Wir bekennen uns voll und ganz zum Pariser Klimaabkommen und wollen aktiv zur Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs in der Europäischen Union beitragen. Für den Langstreckenverkehr sehen wir neben rein batterieelektrischen Lkw vor allem auch wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Lkw als CO2-neutrale Lösungen", erklärte Karin Rådström, verantwortlich für die Marke Mercedes-Benz Lkw und Mitglied des Vorstands der Daimler Truck AG.

Sie zeigte sich davon überzeugt, dass dies essentiell für die Etablierung von Brennstoffzellen-Lkw im Transportgewerbe sein werde. Aus Sicht von Alexis Vovk, Präsident Marketing & Services und Mitglied des Vorstands von TotalEnergies werde Wasserstoff eine Rolle auf dem Weg des Unternehmens bei der Dekarbonisierung des Straßenverkehrs spielen, insbesondere des Gütertransports im Fernverkehr. Man erforsche alle Aspekte der Wertschöpfungskette von Wasserstoff für den Verkehr, von der Produktion über die Lieferung bis hin zum Vertrieb und baue Partnerschaften auf.

„Gemeinsam mit der Gesellschaft wollen wir ein Multi-Energie-Unternehmen aufbauen, das die Ambition hat, bis 2050 Net Zero zu erreichen. Daher ist der Aufbau eines europäischen Netzes von Wasserstoff-Tankstellen für den Straßenverkehr eine der zentralen Herausforderungen“, erklärte Vovk weiter.

Insbesondere intendieren die Kooperationspartner die Gesamtbetriebskosten eines Wasserstoff-Lkw zu reduzieren. Dafür wolle man auch mit den Behörden kooperieren. Die Unternehmen sind zudem Mitglieder des Konsortiums H2Accelerate, das die Einführung des wasserstoffbetriebenen Verkehrs in Europa im kommenden Jahrzehnt unterstützt.

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