Straßengüterverkehr: Daimler Truck und Masdar prüfen Import von grünem Wasserstoff nach Europa

Die geplante Zusammenarbeit soll auf die Reduzierung von CO2-Emissionen im Straßengüterverkehr in Europa einzahlen.

Masdar und Daimler Truck haben eine gemeinsane Absichtserklärung zum Import von grünem Wasserstoff unterzeichnet. (Bild: Daimler Truck)
Masdar und Daimler Truck haben eine gemeinsane Absichtserklärung zum Import von grünem Wasserstoff unterzeichnet. (Bild: Daimler Truck)
Therese Meitinger

Abu Dhabi Future Energy Company PJSC - Masdar, ein Energieunternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, und der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck Holding AG („Daimler Truck“) mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Laut einer Pressemitteilung vom 25. Januar hat diese zum Ziel, die Realisierbarkeit einer Wertschöpfungskette für die Lieferung von aus erneuerbaren Energien erzeugtem, grünem Flüssigwasserstoff aus Abu Dhabi nach Europa prüfen.

CO2-Emissionen im großen Stil reduzieren

Das Memorandum of Understanding (MoU) wurde demnach in Abu Dhabi von Fawaz Al Muharrami, Executive Director of Clean Energy und Deputy Chief Operating Officer (COO) seitens Masdar und Martin Daum, Vorstandsvorsitzender und CEO von Daimler Truck, unterzeichnet. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen, die sich in ihren Funktionen ergänzten, stelle einen bedeutenden Schritt bei den laufenden Bemühungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Straßengüterverkehr dar, zeigten sich die beiden Firmen überzeugt.

Mohamed Jameel Al Ramahi, CEO von Masdar, sagte:

„Masdar hat sich zum Ziel gesetzt, einer der führenden Akteure bei der Entwicklung von grünem Wasserstoff weltweit zu sein, und wir glauben, dass der Transportsektor einer der strategisch wichtigsten Märkte für grünen Wasserstoff ist. Diese Vereinbarung hat das Potenzial, eine erhebliche Verringerung der CO2-Emissionen im Straßengüterverkehr in Europa zu ermöglichen, und sie unterstützt das Ziel der VAE, bis 2031 eine führende Rolle auf dem Markt für kohlenstoffarmen Wasserstoff einzunehmen.”

Martin Daum, Vorstandsvorsitzender der Daimler Truck Holding AG:

„Wir bei Daimler Truck wollen eine Vorreiterrolle im nachhaltigen Transportwesen einnehmen. Um Nutzfahrzeuge zu dekarbonisieren, ist es absolut entscheidend, grüne Energie global verfügbar zu machen. Unsere Initiative mit Masdar ist ein erster Schritt, um die Versorgung mit grünem Flüssigwasserstoff in Europa zu ermöglichen.”

Die Vereinigten Arabischen Emirate verfolgen den Plan, sich bis 2031 als führender und zuverlässiger Produzent und Lieferant von kohlenstoffarmem Wasserstoff zu etablieren. Daimler Truck plant nach Unternehmensangaben, sein gesamtes Angebot an Lkw und Bussen in seinen globalen Kernmärkten (Europa, USA, Japan) bis 2039 auf im Fahrbetrieb CO2-neutral umzustellen.

Um den Transport der Zukunft zu dekarbonisieren, verfolgt Daimler Truck der Mitteilung zufolge eine Doppelstrategie mit wasserstoff- und batteriebetriebenen Fahrzeugen. Die Praxistauglichkeit des Einsatzes von Flüssigwasserstoff im Straßengütertransport sei kürzlich mit dem Prototyp des Mercedes-Benz GenH2 Trucks demonstriert worden, der eine Strecke von 1.047 Kilometern quer durch Deutschland mit nur einer Tankfüllung Flüssigwasserstoff unter realen Bedingungen zurückgelegt hat, heißt es. Daimler Truck baue derzeit eine Testflotte von Mercedes-Benz „GenH2 Trucks“ auf, die voraussichtlich Mitte 2024 von Kunden eingesetzt werden soll.