Start-ups: Jungunternehmen Tacto sammelt 5,3 Millionen Euro ein

Mit der Anschubfinanzierung möchten die Münchner ein Geschäftsmodell zur Digitalisierung von Lieferketten im Mittelstand etablieren.

Das Start-up Tacto, geründet von Johannes Groll, Andre Petry und Nico Bentenrieder (v.l.n.r.), hat mehr als fünf Millionen Euro Seed-Finanzierung eingesammelt. (Foto: Tacto)
Das Start-up Tacto, geründet von Johannes Groll, Andre Petry und Nico Bentenrieder (v.l.n.r.), hat mehr als fünf Millionen Euro Seed-Finanzierung eingesammelt. (Foto: Tacto)
Sandra Lehmann

Das Münchner Softwareunternehmen Tacto hat in einer Seed-Finanzierungsrunde 5,3 Millionen Euro von Investoren erhalten, um den Einkauf und die Lieferketten im industriellen Mittelstand zu digitalisieren. Das gab das Jungunternehmen Ende März in einer Pressemeldung bekannt. Die Finanzierungsrunde wurde von Cherry Ventures zusammen mit UVC Partners und Visionaries Club angeführt und von den Business Angels Hanno Renner, Johannes Reck, Michael Wax und Torsten Reil unterstützt.

„Wir arbeiten mit dem Rückgrat der deutschen Wirtschaft, dem Mittelstand, zusammen, um gemeinsam den industriellen Einkauf digital, intelligent und nachhaltig zu transformieren“, sagt André Petry, Mitgründer von Tacto.

Laut dem VDMA geben Industrieunternehmen im Durchschnitt rund 50 Prozent ihres Umsatzes für Zukaufteile aus. Da die Produkte immer anspruchsvoller und die Lieferketten komplexer würden, muss der Einkauf die pünktliche, qualitätsgerechte, budgetkonforme und nachhaltige Lieferung tausender Teile sicherstellen. Bestehende Tools sind dabei für mittelständische Unternehmen meist zu teuer, die Implementierung dauert zu lange und veraltete Technologien führen zu Unzufriedenheit bei Mitarbeitern.

„Mit Tacto treiben wir die Digitalisierung unseres Einkaufs maßgeblich voran: Dank der von allen Mitarbeitern zu bedienenden Software bewegen wir uns weg von Excel-basierten Prozessen hin zu einem vollständig digitalisierten Einkauf. Wenige Monaten nach der Implementierung konnten wir so bereits starke Einsparpotentiale verzeichnen“, sagt Matthias Schlotter, Einkaufsleiter bei Schwäbische Werkzeugmaschinen.

Die KI-basierte Softwarelösung verschaffe Kunden einen transparenten Überblick über ihre Beschaffungsaktivitäten, zeigt strategische Einsparpotenziale und Risiken auf und automatisiert manuelle Aufgaben im Sourcing und der Lieferantenverwaltung. So helfe Tacto seinen Kunden dabei, den Einkauf und damit die Lieferkette zukunftssicher zu transformieren.

„Wir sind überzeugt, dass sich Tacto zu einem Marktführer für Einkaufssoftware in mittelständischen Unternehmen entwickeln kann. Durch direkt realisierbare Kosteneinsparungen im Einkauf sowie langfristig resilientere Lieferketten lohnt sich der Einsatz von Tacto ab dem ersten Tag“, sagt Christian Meermann, Founding Partner bei Cherry Ventures.

„Das Team von Tacto kombiniert einen starken technischen Hintergrund mit einem tiefen Verständnis von mittelständischen produzierenden Unternehmen, um an einem der drängendsten Probleme unserer Zeit zu arbeiten: der Steuerung von globalen industriellen Lieferketten. Mit all seinen Hidden Champions ist Deutschland der perfekte Standort, um die führende Softwarelösung im industriellen Einkauf aufzubauen.“