Start-ups: Hamburger Jungunternehmen Procuros sammelt eine Million Euro ein

Mit der Finanzierungsrunde möchte das Start-up seine Expansion vorantreiben.

Procuros-Gründerteam Patrick Thelen (l.) und Benjamin Wulff vernetzen Zulieferunternehmen mit ihren Handelspartnern über eine Plattform. (Foto: Procuros)
Procuros-Gründerteam Patrick Thelen (l.) und Benjamin Wulff vernetzen Zulieferunternehmen mit ihren Handelspartnern über eine Plattform. (Foto: Procuros)
Sandra Lehmann

Das Hamburger Integrationsplattform-Start-up Procuros hat eine Finanzierungsrunde über eine Million Euro abgeschlossen. Das geht aus einer Pressemitteilung vom 9. September hervor. Das Investment werde von Btov Partners angeführt und von einigen namhaften Business Angels begleitet. Procuros nutzt die Investition eigenen Angaben zufolge insbesondere für das weitere Recruitment in den Bereichen Produktentwicklung und Vertrieb.

15 bis 30 Minuten Zeitersparnis

Ziel des Start-ups sei die Vernetzung von Zulieferunternehmen mit ihren Handelspartnern über eine Plattform. Dadurch sparen Unternehmen Zeit bei der Dateneingabe in der Auftragsabwicklung, zum Beispiel durchschnittlich 15 bis 30 Minuten bei der einfachen Eingabe von Bestellungen. Die Zielgruppe sind mittelständische Zulieferer insbesondere in der Maschinenbaubranche sowie dem Lebensmitteleinzelhandel.

Am Kernproblem arbeiten

Patrick Thelen, Co-Founder und CEO, sowie Co-Founder und CTO Benjamin Wulff möchten mit ihrem Konzept an einem Kernproblem vieler Unternehmen ansetzen: Noch immer werden Bestellungen und Rechnungen per Fax, E-Mail oder sogar handschriftlich aufgegeben. Die fortschreitende Digitalisierung durch den Einsatz von ERP-Systemen und Lieferantenportalen hat die Kommunikation zwischen Unternehmen oft noch nicht hinreichend vereinfacht.

ERP-Systeme verbinden

Procuros verbinde die ERP-Systeme der Zulieferer mit den Systemen ihrer Handelspartner. Mit nur wenigen Klicks ließen sich Partner durch Vertriebsmitarbeiter anbinden, ohne IT-Experten hinzuziehen zu müssen. Jede Anbindung eines Handelspartners an die Integrationsplattform erfolge nur ein einziges Mal. Jeder weitere Zulieferer könne diese Anbindung nutzen, ohne den Kosten- und Zeitaufwand erneut leisten zu müssen.

Der „Procuros Integration Hub“ soll im Bestellprozess und in der Auftragsabwicklung Zeit sparen. Durch den Wegfall der manuellen Dateneingabe werde zudem eine deutliche Fehlerreduktion erreicht. Gleichzeitig führe die optimierte digitale und direkte Kommunikation zu einer engeren Kundenbindung und damit auch zu mehr Bestellungen. Eine transaktionsbasierte Abrechnung sorge für eine niedrige Einstiegsbarriere: Kosten entstehen nur für konkrete Nutzung.

„Durch unsere Integrationsplattform können Unternehmen mit nur wenigen Klicks ihre Handelspartner digital anbinden. Mit Procuros wollen wir so die Digitalisierung in der deutschen Industrie vorantreiben“, sagt Patrick Thelen. Das Jungunternehmen startete im Januar 2021 mit Produkttests bei ausgewählten potenziellen Kunden. Nach der GmbH-Gründung im Juni markiert die Finanzierungsrunde die erste erfolgreich abgeschlossene Unternehmensetappe der Startphase.

„Auch als Investoren beobachten wir aktuell eine Flut an neuen Lieferantenportalen und -netzwerken. Die Zuliefererseite ist dabei vom etablierten Wettbewerb weitgehend unberührt geblieben und hat mit Ineffizienzen und Mehraufwand zu kämpfen. Zeitgleich wird die digitale Anbindung von Handelspartnern zunehmend wichtiger. Vor diesem Hintergrund sehen wir in Procuros die Lösung, welche als digitales Rückgrat für B2B Communication und Supply Chain Operations, die Digitalisierung der gesamten Industrie maßgeblich voranbringen kann. Patrick und Ben haben uns zudem im Prozess durch ihre außergewöhnliche Fachkompetenz und initialen Erfolge überzeugt.“, sagt Jan-Hendrik Bürk von Btov Partners.

Neben Btov Partners waren Business Angels wie Norbert Winkeljohann, Doreen Huber, Marcell Vollmer sowie die Gründer des Logistik-Unicorns Sennder an der Finanzierungsrunde beteiligt. Die weitere Unternehmensplanung von Procuros sieht vor, das Netzwerk zu vergrößern und die Anbindung von verschiedenen digitalen Vertriebskanälen weiter zu erleichtern. Zusätzlich sollen Logistikdienstleister eingebunden werden. Ziel ist es, die Lieferkette zwischen Unternehmen vollständig zu digitalisieren und so die jeweils relevanten Daten schnell und einfach nutzbar zu machen.

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