Start-ups: BG.evolution ist in den Technologiepark Dortmund umgezogen

Durch die Nähe zu Forschungseinrichtungen will der Maschinenanbieter vor allem Fachkräfte aus dem IT-Bereich gewinnen.

Der Arbeitsplatz am neuen Beumer-Standort in Dortmund kann nach dem „Clean-Desk“-Prinzip frei gewählt werden. (Foto: Beumer)
Der Arbeitsplatz am neuen Beumer-Standort in Dortmund kann nach dem „Clean-Desk“-Prinzip frei gewählt werden. (Foto: Beumer)
Sandra Lehmann

BG.evolution, eine Ausgründung der Beumer Maschinenfabrik aus Beckum, ist im Juni 2023 in den Technologiepark in Dortmund umgezogen. Das teilte der Anbieter von Fördertechnik und Verpackungsmaschinen Ende August der Presse mit. Demnach soll die Nähe zu Forschungsinstituten und der Technischen Universität Dortmund sowie die moderne Gestaltung der Arbeitsräume nach New Work-Prinzipien dabei helfen, Nachwuchskräfte zu finden.

Die räumliche Nähe zum Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML etwa ist nach Angaben des Unternehmens bewusst gewählt. Das Institut kümmert sich um Logistikplanung, Forschung und Entwicklung mit dem Schwerpunkt technische Logistik und IT und hat enge Verbindungen zur TU.

„Unser Ziel war es, mit unserem neuen Standort nahe an die Universität zu rücken und dort Arbeitsräume zu schaffen. Insbesondere wollen wir damit auch Interesse bei angehenden IT-Spezialisten wecken“, sagt Dr. Jörn Fontius, CEO der Beumer Maschinenfabrik.

Doch um Nachwuchs für ein Unternehmen zu gewinnen, bedarf es nach Ansicht des Maschinenanbieters mehr als nur spannende Aufgaben. Dem Unternehmen sei es wichtig gewesen, dass sich die Mitarbeitenden wohl fühlen und gern ins Büro kommen. Deshalb hat Beumer sich mit der Kölner BICG Business Innovation Consulting Group Berater ins Boot geholt. Um sicherzugehen, dass die neue Umgebung den Anforderungen und Bedarfen auch tatsächlich entsprechen würde, hat BICG-Projektmanagerin Fiona Funder mit ihren Kollegen nicht nur eine moderne Arbeitswelt für den neuen Standort kreiert und ein Bürokonzept entworfen. Sie hat die Mitarbeitenden von Anfang an mitgenommen und sie beim Prozess begleitet, heißt es in einer Beumer-Mitteilung.

„Bei den Gesprächen stellte sich heraus, dass es eine Gruppe gibt, die besonders viele Workshops abhält. Das erfordert Meetingräume mit White-Boards, um rasch etwas notieren zu können, sowie rollbare Smartboards. Eine andere Gruppe arbeitet verstärkt an der Prototypenentwicklung. Sie benötigen vor allem Platz. So entstanden geschlossene Büros und offene Kooperationsflächen. Dazu kamen eine Sitztribüne neben der Kaffeeküche sowie überall verteilt Ecken für den spontanen Austausch – auch „Gravity-Points“ genannt. Das Herzstück ist eine kleine Agora (Marktplatz in der Antike). Entstanden ist ein Mix aus unterschiedlichen Raummodulen. Wir haben zusammen diskutiert und getestet, bis alles passte“, sagt Funder.

Vor Ort könne man nun beispielsweise seinen Arbeitsplatz nach dem „Clean-Desk“-Prinzip frei wählen.

„Das flexible Raumkonzept und die verschiebbaren Wände ermöglichen es mir auch, mich in Ruhe mit meinen Kollegen zum Brainstormen zurückziehen zu können“, sagt Sebastian Sickmann, Teamleader bei BG.evolution.

In Richtung IT- und Data-Analytics sei es in einer Region wie Beckum eher schwieriger, junge potenzielle Mitarbeitende zu finden: „Das ist zwar nicht unmöglich, aber Familienwerte überzeugen nicht jeden“, weiß Fontius. Daher hat Beumer seinen neuen Standort bewusst gewählt. Im Umfeld der TU Dortmund liege der Fokus auf Innovation und Software. Damit wolle der Geschäftsführer die Fachkräfte gewinnen, für die ein Umzug ins Münsterland eine Herausforderung darstellt.

„Wir suchen junge Softwareentwickler, die Lust haben, an Innovationen oder in der Forschung und Entwicklung mitzuarbeiten“, sagt Fontius.

Hinzu kommen Stellen im klassischen IT-Support. In Dortmund werden zudem auch IT-Kaufleute ausgebildet.

„Durch unser eigenes Büro rücken wir noch mal näher an den Standort heran. Wir freuen uns auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren Partnern im Dortmunder Netzwerk", sagt Sickmann.

Die meisten aus diesem Team wohnen in Dortmund oder im Ruhrgebiet. Aufgrund kürzerer Anfahrtswege mache es Sinn, dass sie hier ihren Heimathafen haben – und auch aus Nachhaltigkeitsgründen, so Sickmann.

Branchenguide