Start-ups: BASF bringt Boxlab an den Start

Jungunternehmen hat Lösung zum schnellen Ersatz beschädigter Industrieverpackungen entwickelt.

Der Chemiekonzern BASF hat das Start-up Boxlab ausgegründet. (Symbolbild: Robert Kneschke/Adobe Stock)
Der Chemiekonzern BASF hat das Start-up Boxlab ausgegründet. (Symbolbild: Robert Kneschke/Adobe Stock)
Sandra Lehmann

Mit der Boxlab Services GmbH feiert das erste Start-up im April 2021 die Ausgründung aus dem Chemovator, einem Geschäftsinkubator des Chemieanbieters BASF. Dort werden nach Angaben des Ludwigshafener Unternehmens vielversprechende Ideen außerhalb des Kerngeschäfts der BASF entwickelt und in skalierbare Geschäftsmodelle und Unternehmen ausgebaut. Mitarbeiter der BASF sollen so mit den notwendigen Ressourcen, Freiraum und der entsprechenden Flexibilität sowie mit der Hilfe externer Start-up-Experten selbst zum Unternehmer werden. Boxlab Services werde künftig als eigenständiges Start-up auf dem freien Markt agieren. Über die BASF Venture Capital GmbH ist der Konzern mit einer Minderheit an dem Spin-off beteiligt.

Produkte sollen verwendbar bleiben

Die Boxlab-Gründer Mischa Feig und Lisa Raschke haben nach Eigenangaben eine App entwickelt, mit deren Hilfe beschädigte Verpackungen und dazugehörige Etiketten in hochregulierten Wirtschaftszweigen innerhalb von 24 Stunden ersetzt werden können. So hätten bereits Verkaufsverpackungen von mehr als 50.000 Liter Endprodukt zeitnah ersetzt werden können, sodass diese weiterhin verwendbar blieben und somit ihren Kunden innerhalb der BASF zu einer deutlichen Kostenersparnis verhelfen konnten. Im Gegensatz zu bislang herkömmlichen Verfahren sei das Geschäftsmodell eine ökonomisch sowie ökologisch nicht nur sinnvollere und effizientere, sondern auch nachhaltigere Lösung, die eine reibungslose Fortführung der Lieferkette sicherstelle.

Komplettlösungen und Beratung

Mittlerweile umfasse das Leistungsangebot von Boxlab Komplettlösungen inklusive individueller Beratung rund um etikettierte Verpackungen, Etiketten und Packmittel. Schon heute zählten über 70 Lager in zehn Ländern zum Kundenkreis des jungen Ludwigshafener Unternehmens.

„Unser Ziel ist es, Logistikprozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten und die Vernichtung von unversehrten Produkten aufgrund beschädigter Umverpackungen zu vermeiden“, erklärt Feig.

„Unsere Kunden können auf diese Weise Ressourcen einsparen und sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren“, ergänzt Raschke.

Die Idee kam dem ehemaligen BASF-Prozessmanager Feig im Betrieb: „Weisen etikettierte Kartonagen Transportschäden oder Leckagen auf, müssen diese in hochregulierten Industrien aufgrund gesetzlicher Vorgaben mit hohem Ressourcen- und Zeitaufwand ersetzt werden. Dies ist meist nicht wirtschaftlich und bedeutet, dass der Kunde seine Ware nicht zeitnah erhält. Selbst ein fehlendes Etikett kann in letzter Konsequenz bis zum Produktionsstopp führen“, so der Unternehmensgründer.

Webshop und App

Boxlab bündelt eigenen Aussagen zufolge die Lösung dieses Problems mithilfe eines Webshops und einer intuitiven App: Beschädigte Kartonagen oder Etiketten können mit einem mobilen Endgerät auf Knopfdruck erfasst und an das BOXLAB-Team übersendet werden.

„Wir liefern die individuell etikettierten Kartonagen und Gefahrgutetiketten bereits ab der ersten Verpackungseinheit innerhalb von 24 Stunden an unsere Kunden in ganz Europa“, erklärt Raschke.

Derzeit arbeiten laut BASF sieben weitere Teams im Chemovator an der Weiterentwicklung neuer Ideen aus dem B2B-Bereich, um dem Beispiel von Boxlab zu folgen. Das Jungunternehmen plant nun, das Serviceangebot zu erweitern und neue Kunden zu überzeugen.

„Unser Ziel ist es“, so Feig, „der führende Dienstleister für individuelle Prozessoptimierung von Etiketten- und Packmittelprozessen mit klarem Fokus auf Nachhaltigkeit zu werden.“

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