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Stapler: Linde zufrieden mit Brennstoffzellen

Flurförderzeugehersteller zieht positive Bilanz aus Projekt bei BMW.
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Thilo Jörgl

Der Aschaffenburger Staplerbauer Linde Material Handling hat ein positives Zwischenfazit aus dem Projekt mit Flurförderzeugen gezogen, die bei BMW in Leipzig mit Brennstoffzellen-Hybridantrieb fahren. Wie LOGISTIK HEUTE in der Ausgabe Januar/Februar 2014 (S. 54) berichtete, setzt der Autokonzern seit Dezember 2013 vier Routenzugschlepper und fünf Stapler von Linde mit der innovativen Antriebstechnologie ein. Linde zufolge übernehmen die Geräte mit Brennstoffzellen bei der Teileversorgung im BMW i-Karosseriebau die gleichen Transportaufgaben wie ihre Pendants mit Blei-Säure-Akkus in anderen Werksteilen.

Laut Hannes Schöberl, Produktmanager Innovative Antriebe bei Linde, laufen die Schlepper in dem Werk, wo unter anderem der i3 produziert wird, „sehr stabil“. Nach einigen Justierungen bei den Brennstoffzellen seien auch die Stapler mit 2,5 beziehungsweise 3,5 Tonnen Tragkraft und 80 Volt Spannung in der Praxis „sehr zuverlässig“. Nach knapp einem Jahr kenne der Staplerbauer nun die Gefahrenpotenziale und habe sich eine „kleine Technologieführerschaft“ aufgebaut. Nachdem Linde-Geräte auch bei einem Brennstoffzellenprojekt in Österreich bei DB-Schenker im Einsatz sind, konnten die Aschaffenburger zusätzlich zwei weitere Projekte zum Laufen bringen. Schöberl betonte, dass Linde-Kunden bei den Vorteilen der neuen Geräte immer wieder das Thema kurze Wasserstoff-Tankzeit (maximal zwei Minuten) und das Wegfallen des Batteriewechsels hervorheben. Außerdem seien die Geräte für Umgebungen mit hohem Hygieneanspruch geeignet.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt in Leipzig vom Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) an der TU München. Robert Michaeli, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl fml, erläuterte die Bewertungsmethodik. Genau untersucht werden die Bereiche Zuverlässigkeit, Handhabungsschritte, Reichweite, ökonomische Nachhaltigkeit und Akzeptanz bei den Mitarbeitern. Letztere sei bei 15 BMW-Angestellten laut einer Umfrage sehr gut, sagte Michaeli. Eine große Hürde sei hierzulande, im Vergleich zu den USA, wo schon tausende Geräte mit Brennstoffzellen laufen, jedoch das Genehmigungsverfahren für Geräte mit Wasserstoffantrieb „Deshalb haben wir mit den Projektpartnern Leitlinien für den Einsatz von wasserstoffbetriebenen Flurförderzeugen entwickelt, um zukünftigen Anwendern die Anschaffung und den Betrieb inklusive der dafür notwendigen Infrastruktur und Genehmigungen zu erleichtern.“

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