Sortiersysteme: Calzedonia nutzt Technologie von Beumer

Das Pouchsystem des Beckumer Anbieters kann 10.000 Taschen pro Modul in der Stunde verarbeiten.

Das italienische Modeunternehmen Calzedonia hat einen Taschensorter von Beumer im Einsatz, um die Anforderungen des E-Commerce besser bewältigen zu können. (Foto: Beumer)
Das italienische Modeunternehmen Calzedonia hat einen Taschensorter von Beumer im Einsatz, um die Anforderungen des E-Commerce besser bewältigen zu können. (Foto: Beumer)
Sandra Lehmann

Um auf die wachsenden Anforderungen an das E-Commerce-Fulfillment reagieren zu können, setzt das italienische Modeunternehmen Calzedonia auf das Taschensortersystem der Beumer Group – einen Matrixsorter – für den Direktversand an Verbraucher und Filialen. Das gab der Anbieter mit Sitz in Beckum im Rahmen einer Pressemeldung bekannt. Das Pouch-System wurde demnach in die bestehende Infrastruktur integriert und hat diese erweitert. Damit könne der Lingerie- und Strumpfhosenhändler das durch den boomenden E-Commerce steigende Versandaufkommen anpassen und auf die hohe Anzahl an Retouren als auch auf das wachsende Direct-to-Consumer (D2C)-Geschäft reagieren.

Leicht zu integrieren

Mit dem automatisierten Pouch-System hat das Unternehmen nach Beumer-Angaben den ursprünglich für den Einzelvertrieb ausgelegten Standort für den Omnichannel optimiert. Die Kapazität habe sich ohne Probleme ausbauen lassen. Die Beumer Group konnte die flexible Lösung laut der Pressemeldung ohne bauliche Erweiterungen an die vorhandenen Räumlichkeiten anpassen, denn das BG Pouch-System benötige rund 30 Prozent weniger Grundfläche als herkömmliche Taschensortersysteme.

36.000 Taschen für Strumpfhosen und Co.

Das Pouch-System bei Calzedonia verfügt Beumer zufolge über zwölf ergonomische Beladestationen, 23 Entladestationen sowie 36.000 Taschen. Jede einzelne dieser Tasche könne bis zu sieben Kilogramm Gewicht tragen und sei sowohl für den Transport von Schuhen als auch von Hängeware geeignet. Wie Beumer mitteilt, verfügt das System über einen Durchsatz von 10.000 Taschen pro Stunde pro Modul.

Für den Transport der Ware durch das Logistikzentrum kommen die Artikel in Kartons aus der Batch-Kommissionierung an der Beladestation an und werden einzeln in Taschen gelegt. Artikel und Tasche werden „verheiratet“ und lassen sich laut Beumer zu 100 Prozent über RFID rückverfolgen. Für die Zwischenlagerung fährt die Tasche mit dem Artikel in einen dynamischen Puffer. Sobald ein Artikel einem bestimmten Auftrag zugeordnet ist, wird die Tasche angefordert und gelangt in einen dynamischen Auftragspuffer. Ist der Auftrag komplett, werden die Taschen an den Batchpuffer weitergeleitet. Ist dieser gefüllt, beginnt die Matrixsortierung. Dabei werden Aufträge sortiert und zwecks Verpackung an den Entladestationen weitergeleitet. Dort werden Versandetiketten gedruckt und für jeden Endkundenauftrag Kartons oder Polybeutel gefüllt.

„64 Prozent unserer Lager befinden sich in über 50 Ländern außerhalb Italiens“, erklärt Erica Cirioni, Betriebsleiterin von Calzedonia. „Unser B2C-E-Commerce ist weiter auf dem Vormarsch. Deswegen sind wir auf unsere starke Wertschöpfungskette angewiesen. Und hinsichtlich Zusagen gegenüber unseren Kunden und Filialen machen wir keine Kompromisse.“

Mithilfe der Pouch-Technologie der Beumer Group sei das Unternehmen in der Lage, die Effizienz sowie die Lieferfähigkeit innerhalb der bestehenden Infrastruktur zu steigern.

„Mit dem System sind wir auch für künftiges Wachstum gerüstet“, sagt Cirioni.

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