Sondertransport: So verfrachtete Universal Transport 25 Alstom-Loks von Kassel in die USA

Das zur Gruber Logistics Gruppe gehörende Unternehmen hat in einem dreijährigen Projekt 25 Loks des Typs ALP-45DP DualPower von Alstom in Kassel nach New Jersey transportiert. Diese werden im Linienverkehr im Großraum zwischen New Jersey und New York zum Einsatz kommen.

Universal Transport hat in einem dreijährigen Projekt 25 Loks von Alstom in Kassel nach New Jersey transportiert. (Bild: Universal Transport)
Universal Transport hat in einem dreijährigen Projekt 25 Loks von Alstom in Kassel nach New Jersey transportiert. (Bild: Universal Transport)
Gunnar Knüpffer

Mammutprojekt abgeschlossen: Am 16. August ist die letzte von insgesamt 25 Loks des Typs ALP-45DP DualPower von Alstom sicher im Hafen von New Jersey, USA, angekommen. Bereits am 31. Juli hatte sie von Hamburg aus ihre Reise über den großen Teich angetreten. Verantwortlich für die Transport-Serie, deren Planung und Umsetzung über drei Jahre in Anspruch genommen hat, war der Paderborner Großraum- und Schwertransport-Spezialist Universal Transport, der zur internationalen Gruber Logistics Gruppe gehört. Das kommunizierte das Transportunternehmen am 6. September gegenüber der Öffentlichkeit. Die Schienenfahrzeuge aus dem Alstom-Werk im hessischen Kassel (früher Bombardier) und sind für den Linienverkehr im Großraum zwischen New Jersey und New York bestimmt.

Bis die erste Lok Anfang 2021 nach New Jersey geliefert werden konnte, war ein Team bereits über ein Jahr mit den Planungen und Vorbereitungen für das Projekt beschäftigt. Denn die Loks konnten nicht einfach über das deutsche Schienennetz zum Hafen transportiert werden: Ihre Achslast war mit 32 Tonnen statt der hier zulässigen maximal 22,5 Tonnen deutlich zu schwer. Auch passten die Radprofile und technischen Parameter nicht zu den Schienen in Europa.

„Tatsächlich war aufgrund der maroden Infrastruktur in Deutschland nur eine einzige Streckenführung möglich – und auch hier war einiges erforderlich, um Hindernisse zu überwinden“, sagte Holger Dechant, Geschäftsführer der Universal Transport Gruppe und Boardmember bei Gruber Logistics.

Unter anderem musste ein Kreisverkehr bei Paderborn eine eigene asphaltierte Mittelspur erhalten. Darüber hinaus wurde Spezial-Equipment eingesetzt wie zum Beispiel eine eigens für diesen Transport konzipierte Kesselbrücke. Diese kann auf bis zu zwei Zentimeter über der Fahrbahn abgesenkt werden, um die Durchfahrt unter niedrigen Brücken auf der Strecke zu ermöglichen.

Im Hamburg mussten die Loks einen Umweg nehmen

Für die erste Etappe von Kassel nach Hamburg, insgesamt 360 Kilometer, benötigten die 90 Tonnen schweren Lokkästen jeweils vier Nächte. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurde die Strecke anhand der Verkehrsgegebenheiten hin und wieder angepasst. Für Steigungen und Gefälle kam dabei eine zusätzliche zweite Sattelzugmaschine zum Einsatz, die von hinten schieben und abbremsen konnte.

Auf den letzten Kilometern durch die Hansestadt mussten die Loks noch einen zusätzlichen Umweg nehmen. Denn eine Brücke, die direkt zum Abfahrtsterminal geführt hätte, konnte der Schwerlastkonvoi aufgrund seines Gesamtgewichts von 230 Tonnen nicht überfahren. Die Loks wurden daher auf einem anderen Terminal mit einem Schwimmkran vom Lkw gehoben und rund sechs Kilometer über die Elbe an das eigentliche Abfahrtsterminal gebracht. Dort erhielten sie noch ihre Drehgestelle und wurden dann auf ein RoRo-Schiff verladen, das sie die 6.000 Kilometer bis nach New Jersey brachte.
 

Federführend zuständig für die Transportorganisation und -abwicklung inklusive Entladung im US-amerikanischen Hafen als Projektlogistiker war die Universal Transport Tochter Züst & Bachmeier. Die Umsetzung aller notwendigen Maßnahmen zur Vorbereitung der Strecke sowie die Transportbegleitung mit insgesamt vier Fahrzeugen wurden von der StB Verkehrstechnik durchgeführt. Die Straßentransporte übernahm schließlich Universal Transport.

„Aufgrund der langen Laufzeit mussten wir unsere Planungen immer wieder überprüfen und aktualisieren“, sagte Dechant. Die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit ihrer unterschiedlichen Teams habe es aber letztendlich möglich gemacht, dass sie dieses Projekt zum Abschluss bringen konnten.