Software: Mit KI den Materialfluss beschleunigen

Die Software „Pacemaker“ sieht man bei Thyssenkrupp als weiteren Baustein in seiner strategischen Weiterentwicklung „Materials as a Service“.

Die Software "Pacemaker" soll angesichts zunehmend komplexer Lieferketten den Materialfluss stabilisieren helfen. (Foto: Thyssenkrupp Material Processing Europe)
Die Software "Pacemaker" soll angesichts zunehmend komplexer Lieferketten den Materialfluss stabilisieren helfen. (Foto: Thyssenkrupp Material Processing Europe)
Therese Meitinger

Thyssenkrupp Materials Processing Europe hat am 21. September die KI-basierte Software „Pacemaker“ vorgestellt, die angesichts zunehmend komplexer Lieferketten einen reibungslosen Materialfluss und geringeren Ressourcenverbrauch adressiert. Der Name „Pacemaker“, also Schrittmacher, ziele dabei auf die Funktion der Software ab, heißt es in einer Pressemitteilung des Essener Unternehmens. Der Algorithmus kommt bereits bei einigen Zulieferern in der Automobilindustrie im portugiesischen Industriepark Autoeuropa zum Einsatz.

Die KI-basierte Software erfasst dabei nach Anbieterangaben etwa in Echtzeit Produktionsdaten des Automobilherstellers, erkennt aus Mustern Abweichungen vom Plan und visualisiert die Daten. Im Vergleich zum vorherigen Ablauf der Lieferkette zeige Pacemaker mehr als einen Tag früher den tatsächlichen Bedarf des Kunden an und ermögliche dem Kunden eine kurzfristige Anpassung des Materialflusses.

Algorithmus für jede Ebene der Lieferkette

Auch den ressourcenschonenden Einsatz von Materialien adressiert die Software: Fehllieferungen würden reduziert, Bestands- und Lagerkosten sowie die Anzahl der Transporte verringert, wirbt Thyssenkrupp Materials Processing. Der Algorithmus lässt sich laut Firmenangaben auf jeder Ebene der Lieferkette sowie zwischen mehreren Ebenen einsetzen und verlangt auf Kundenseite keine Anpassung der IT-Systeme. Eingespeist werden jeweils vorhandene Daten des Kunden.

Um die Lösung systematisch und für weitere Kunden weiterzuentwickeln, treibe man in Deutschland die nächste Ausbaustufe von Pacemaker voran, gibt Thyssenkrupp Materials Processing an. Bei Thyssenkrupp Bilstein, einem Systempartner der Automobilindustrie, arbeitet das Pacemaker-Team derzeit an der Skalierung des Geschäftsmodells.

Den Einsatz der Software sieht Thyssenkrupp Materials Services als weiteren Baustein in seiner strategischen Weiterentwicklung „Materials as a Service“. Der Werkstoff- Händler und -Dienstleister will sein Supply Chain Service Geschäft konsequent ausbauen.

„Mittel- bis langfristig ist es unser Ziel, neben dem Materialhandel mehr Teile der Wertschöpfungskette unserer Kunden zu steuern, damit diese sich ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können“, sagt Ilse Henne, Chief Transformation Officer von Thyssenkrupp Materials Services.

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