Smarte Datentonne: Rhenus und Fraunhofer IML veröffentlichen Komponenten für Füllstandssensor

Der Quellcode des „ITCPRO“-Füllstandssensors von Rhenus sowie Referenzimplementierung der entsprechenden Hardware von Fraunhofer IML sind nun Open Source verfügbar.

Gemeinsam mit dem Enterprise Lab des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) hat Rhenus Data Office 2019 den ITCPRO Füllstandssensor mit dem Ziel entwickelt, eine bedarfsgerechte Entsorgung von Akten und Dokumenten zu gewährleisten. (Bild: Rhenus)
Gemeinsam mit dem Enterprise Lab des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) hat Rhenus Data Office 2019 den ITCPRO Füllstandssensor mit dem Ziel entwickelt, eine bedarfsgerechte Entsorgung von Akten und Dokumenten zu gewährleisten. (Bild: Rhenus)
Therese Meitinger

Die Rhenus Gruppe veröffentlicht ab sofort den Quellcode ihres „ITCPRO“-Füllstandssensors frei zugänglich. Man wolle auch anderen Unternehmen zukünftig die Chance geben, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung vom 16. Januar. Demnach veröffentlicht das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) dazu eine Referenzimplementierung der entsprechenden Hardware. Der Sensor avanciere Wertstoffcontainer zu einer „smarten Datentonne“, die mithilfe eines Time-of-Flight-Sensors den Füllstatus erkennt, die Abholung in Eigenregie auslöst und Leerfahrten damit überflüssig macht, heißt es vonseiten der Projektpartner.

Überquellende Behälter und Leerfahrten vermeiden

Gemeinsam mit dem Enterprise Lab des Fraunhofer IML hat Rhenus Data Office 2019 den ITCPRO Füllstandssensor der Mitteilung zufolge mit dem Ziel entwickelt, eine bedarfsgerechte Entsorgung von Akten und Dokumenten zu gewährleisten. Der Sensor, der seit 2020 auf dem Markt ist, erkennt demnach den aktuellen Füllstatus, meldet sich bei Erreichen einer definierten Marke und löst automatisch den Abholprozess aus. Das stelle sicher, dass der Behälter weder überquelle noch im erst halb vollen Zustand abgeholt werde, heißt es. Auf diese Weise soll unter anderem das Handling vertrauliche Daten mit Blick auf die Vorgaben der DSGVO adressiert werden.

Nun veröffentlicht Rhenus nach Eigenangaben den Quellcode zum Auslesen und Verarbeiten der Sensorinformationen und das Fraunhofer IML die Referenzimplementierung einer kompatiblen Hardware im „Repository“ der Open Logistics Foundation. Die Arbeiten an der universellen Hardwareplattform „Sensing Puck“ wurden im Zuge des Silicon Economy Projekts – gefördert durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr – durchgeführt.

„Dank des ITCPRO werden Leerfahrten ausgeschlossen sowie Abholungsfahrten effizienter geplant und in Summe um 30 Prozent verringert – ein wertvoller Beitrag im Sinne eines reduzierten CO2-Footprints, den wir als Innovationsentwickler gerne anderen Unternehmen zur Verfügung stellen“, sagt Dr. Stephan Peters, Vorstandsmitglied der Rhenus Gruppe. 

„Diese Technologie verändert die Entsorgungslogistik nachhaltig. Mit der Veröffentlichung der Komponenten als Open Source und Open Hardware potenziert sich dieser Effekt, wovon letztlich alle profitieren“ ergänzt Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML. 

Die Veröffentlichung ermögliche nun jedem interessierten Unternehmen auf den erreichten Entwicklungen aufzubauen, diese einzusetzen und nach eigenen Vorgaben weiterzuentwickeln, so die Pressemitteilung.