Smart Factory: Still-Zentrale mit eigenem 5G-Netz

Still will das 5G-Netz für seine Beteiligung an diversen Forschungsvorhaben, für die Produktentwicklung und für die Umsetzung einer „Smart Factory“ nutzen.

Im eigenen 5G-Netzwerk an der Unternehmenszentrale will Still künftig intralogistische Zukunftsszenarien erproben. (Bild: Still)
Im eigenen 5G-Netzwerk an der Unternehmenszentrale will Still künftig intralogistische Zukunftsszenarien erproben. (Bild: Still)
Therese Meitinger

Die Vision von autonom fahrenden, intelligenten Transportfahrzeugen lässt sich nur mit sehr leistungsstarken Mobilfunknetzen realisieren, um große Datenmengen sicher, zeitnah und effizient zu bewegen, argumentiert der Intralogistikspezialist Still. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen nun ein eigenes 5G-SA-Campusnetz in seiner Unternehmenszentrale in Hamburg installiert, wie eine Pressemitteilung vom 10. März berichtet.

„Damit unterstreichen wir einmal mehr unsere Innovationsbereitschaft, da 5G in der Industrie noch nicht weit verbreitet ist. Dieses 5G-Netz wird uns einerseits dabei helfen, autonom ablaufende Logistikprozesse für unsere Kunden auf eine neue Ebene zu heben“, beschreibt Ansgar Bergmann, Still-Spezialist für die Bereiche Data und Vernetzung, die wichtigsten Gründe für die Installation des unternehmenseigenen 5G-Netzwerks.

Dafür beteilige man sich bereits seit Jahren an zahlreichen internationalen Forschungsvorhaben, die sich mit der Idee einer Industrie 4.0 beschäftigten, so Bergmann weiter. Auf der anderen Seite wolle man mit der Datenübertragungstechnik seine Produktion optimieren. Künftig können Bergmann zufolge im Sinne der Smart Factory kabellose Produktionsroboter und Menschen durch die schnelle, drahtlose Kommunikation reibungslos zusammenarbeiten.

Höhere Verlässlichkeit bei der TMS-Einbindung

Besonders interessant an 5G sind laut Ansgar Bergmann die Aspekte Performance und Verlässlichkeit, da es sich um ein für den Anwender lizensiertes Frequenzspektrum handelt.

„Dies ist beispielsweise im Bereich der Indoor-Logistik bei der Einbindung von Fahrerlosen Transportsystemen interessant. Der Operator wird dadurch besser unterstützt, als es bisher mit WLAN möglich war. Ganze AGV-Flotten können so in Echtzeit koordiniert und die Steuerungs- und Routendaten in einer Edge Cloud des Unternehmens verwaltet werden“, so Bergmann.

Weitere Einsatzmöglichkeiten lägen in den Bereichen der Robotik, der Kollaboration zwischen Maschine und Mensch sowie bei bildgebenden Verfahren zur Umgebungserkennung.

Neue Ansätze zum maschinellen Lernen, die eine erhöhte Datenübertragungsrate erfordern, will Still nach Unternehmensangaben bald in reale Technologie umsetzen. Dafür beteiligt sich das Hamburger Unternehmen an internationalen Forschungsvorhaben, etwa dem „ARIBIC“-Projekt. Dabei sollen Daten, welche fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) während ihrer Fahrten durch das Lager über ihre Sensoren und Kameras sammeln, besser genutzt werden. Beispielsweise entstehe so ein digitaler Zwilling der Umgebung, der relevante Informationen in Echtzeit verarbeite, heißt es vonseiten Still.