Sinkende Pegel: Niedrigwasser bremst Schifffahrt am Rhein aus

Die saisonbereinigten Wasserstände sind derzeit am Messpunkt Kaub sogar niedriger als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.  

Als der Wasserstand noch kein Problem war: Binnenschiff auf dem Rhein bei Bingen. (Bild: Matthias Pieringer)
Als der Wasserstand noch kein Problem war: Binnenschiff auf dem Rhein bei Bingen. (Bild: Matthias Pieringer)
Therese Meitinger

Am Rhein werden aktuell sinkende Wasserstände zum drängenden Problem. Besonders betroffen seien die Binnenschiffe, die den Messpunkt „Kaub“ passieren und damit von aktuellen Tiefgangsbeschränkungen betroffen sind, so eine Pressemitteilung von Container xChange vom 5. Juli.  Der Plattformanbieter sieht die drohende Möglichkeit, dass andere Standorte in naher Zukunft ähnliche Auswirkungen erleben werden. Man beobachte die Situation und ihre Auswirkungen auf die Schifffahrtsindustrie genau, insbesondere in den nördlichen und zentralen Gebieten, wo der Fluss um Kaub und rund um Köln und Duisburg zu seicht geworden ist, um voll beladene Containerschiffe aufzunehmen, heißt es.

Aufgrund der niedrigen Wasserstände hat Maersk am 4. Juli 2023 Niedrigwasserzuschläge veröffentlicht. Laut Maersk werden „diese Kosten Maersk in Rechnung gestellt und direkt an unsere Kunden weitergegeben“. Außerdem warnt Maersk, dass „im Falle eines Wasserstands bei Kaub unter 81 Zentimetern oder Duisburg-Ruhrort unter 181 Zentimetern eine Ladegarantie für Ihre Fracht leider nicht mehr gewährt werden kann“.

Schiffe reduzieren Transportkapazitäten

Ein jüngst veröffentlichter Bericht von Reuters hob hervor, dass Schiffe in diesen Regionen nur mit halber Kapazität fahren können, was zu Zuschlägen auf Frachtraten führt, um die von den Schiffsbetreibern erlittenen Verluste auszugleichen.

„Der Rhein ist ein wichtiger Verkehrsweg für verschiedene Rohstoffe, einschließlich Getreide, Mineralien, Kohle, Ölprodukte und Heizöl. Die Herausforderungen, die durch niedrige Wasserstände entstehen, haben erhebliche Auswirkungen auf die Logistikindustrie und können die Lieferketten zahlreicher Unternehmen beeinflussen“, kommentierte Christian Roeloffs, Mitbegründer und CEO von Container xChange.

Die Saisonalität spiele eine entscheidende Rolle beim Verständnis der Dynamik der Wasserstände im Rhein, so Roeloffs weiter. Letztes Jahr habe man schwierige Bedingungen erlebt und leider zeige sich dieses Jahr als ebenso, wenn nicht sogar anspruchsvoller. Die saisonbereinigten Wasserstände sind Roeloffs zufolge derzeit sogar niedriger als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres. Wenn der Mangel an Niederschlägen anhält, sieht er die Gefahr einer noch schwerwiegenderen Situation als in der Vergangenheit.

„Ich betone die Notwendigkeit von Vorbereitung und Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten, um diese unsicheren Gewässer zu navigieren. Wir müssen proaktiv Lösungen suchen, Entwicklungen genau beobachten und Maßnahmen zur Milderung der Auswirkungen dieser anhaltenden Wasserknappheit untersuchen“, so Roeloffs abschließend.