Serviceroboter: Getriebe-Baukasten für Cobot-Ideen

Igus zeigt auf der digitalen HANNOVER MESSE eine Plug&Play-Kombination aus Getriebe, Encoder, Controller, Kraftregelung und Motor für die Servicerobotik.

Mithilfe des Getriebe-Baukaustens von Igus sollen sich Cobot-Anwendungen schnell realisieren lassen. (Foto: Igus)
Mithilfe des Getriebe-Baukaustens von Igus sollen sich Cobot-Anwendungen schnell realisieren lassen. (Foto: Igus)
Therese Meitinger

Das Potenzial für die Servicerobotik ist in der Logistik enorm: Leichtbauroboter können an vielen Stellen helfen, monotone oder nicht ergonomische Aufgaben zu automatisieren. Der Kölner Energiezuführungsspezialist Igus stellt vor diesem Hintergrund einen neuen Getriebebaukasten für Cobots vor, so eine Pressemitteilung vom Februar. Im Zentrum stehe dabei das vollintegrierte „Tribo“-Wellgetriebe mit Motor, Absolutwert-Encoder, Kraftregelung und Controller.

„Wir befähigen Konstrukteure mit unseren Low-Cost-Automation-Lösungen kostengünstig in die Zukunft der Servicerobotik einzusteigen“, macht Stefan Niermann, in der erweiterten Igus Geschäftsführung für den Bereich Low-Cost-Automation zuständig, deutlich. „Das eröffnet Raum für ganz neue Ideen im Bereich der Automatisierung.“

Der neue Getriebebaukasten für Cobots, den Igus auf der HANNOVER MESSE 2021 zeigt, soll das Portfolio des Herstellers im Bereich der Low-Cost-Automation ergänzen. Diese Plug&Play-Lösung soll dabei helfen, Cobot-Ideen schnell in die Tat umzusetzen, ganz ohne sich Gedanken zur Leistungselektronik machen zu müssen.

Wellgetriebe für Low-Cost-Cobot-Anwendungen

Der Getriebebaukasten besteht laut Igus aus Tribo-Wellgetrieben in den Größen 80 und 105 mit integriertem Motorcontroller, Kraftregelungselektronik, Absolutwert-Encoder und Motor. Im Getriebe kommen demnach Tribo-Wellgenerator und Tribo-Flexring mit Außenverzahnung sowie ein Außenläufer „Brushless“ DC-Motor zum Einsatz. Auf Basis der Getriebe lasse sich mithilfe von Verbindungselementen ein individueller Roboter konstruieren, argumentiert Igus dank der zusätzlichen elektronischen Komponenten auch als Cobot.

„Wir sehen für unsere leichten Kunststoff-Wellgetriebe Marktchancen in Robotern, die komplett unter acht Kilogramm wiegen“, stellt Alexander Mühlens, Leiter Low-Cost-Automation bei Igus, heraus. „Denn bei der Robotik in der Low-Cost-Automation ist neben der Traglast und einem günstigen Preis immer auch das Eigengewicht wichtig. So lassen sich leichte Roboter einfacher transportieren und effizienter auf fahrerlose Transportsysteme, auf 7. Roboterachsen oder in naher Zukunft sogar an Drohnen einsetzen.“

Das geringe Gewicht sei auch beim Einsatz in Cobots ein Vorteil, so Igus, denn kleinere Massen bedeuteten auch kleinere Kräfte bei Kollisionen. Dank der elektronischen Komponenten im vollintegrierten Wellgetriebe sind demnach MRK-Fähigkeiten möglich. Mittels Absolutwert-Encoder-Technologie können nach Anbieter-Angaben Kräfte wie auch Momente über den Motorstrom ermittelt und sicher begrenzt werden.

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