Seefracht: Seehäfen in Niedersachsen legen deutlich zu

Niedersachsens Seehäfen bilanzieren für das Jahr 2019 einen Seegüterumschlag von 53,5 Millionen Tonnen.

Die trockenen Massengüter entwickeln sich in den niedersächsischen Seehäfen insgesamt gut. Der Umschlag ist 2019 um fünf Prozent gestiegen. (Foto: Seaports of Niedersachsen)
Die trockenen Massengüter entwickeln sich in den niedersächsischen Seehäfen insgesamt gut. Der Umschlag ist 2019 um fünf Prozent gestiegen. (Foto: Seaports of Niedersachsen)
Therese Meitinger
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Das beste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre vermelden die niedersächsischen Seehäfen nach dem Jahresabschuss 2019. Seeseitig habe das Umschlagvolumen um sieben Prozent zugenommen. Sehr positiv sei, so die Mitteilung, die Entwicklung bei Roh- und Heizöl, Kraftstoffen, Baumineralien und Getreide sowie Ölsaaten.

Mit rund 53,5 Millionen Tonnen umgeschlagener Seegüter, schafften es die neun niedersächsischen Seehäfen, das Ergebnis des Jahres 2017 zu übertrumpfen, das sie ebenfalls als "sehr gut" bezeichnet hatten. Im Jahr 2018 bezifferte sich der Seegüterumschlag auf 49,8 Millionen Tonnen.

Trotz widriger Umstände wie globalen Handelskriegen, ungewissem Ausgang im Brexit-Deal und Kohleausstieg, sei es 2019 gelungen, das Vorjahresergebnis deutlich zu übertreffen. Wie die Seehäfen mitteilen, erzielten sie das beste Ergebnis seit der globalen Finanzkrise im Jahre 2008. Die größten Zuwächse verzeichnete der Umschlag von Rohöl, Baustoffen und Getreide sowie Ölsaaten.

Energiewende macht sich bemerkbar

Der seeseitige Kohleumschlag hingegen ging, bedingt durch die Energiewende, erneut zurück. Dennoch entwickelten sich die trockenen Massengüter insgesamt gut. Gute Abschlüsse im Bereich der Baustoffe sowie Zuwächse im Umschlag von Getreide und Ölsaaten konnten das jedoch ausgleichen, sodass die Seehäfen Niedersachsens sogar zusätzliche 801.000 Tonnen und somit ein Plus von fünf Prozent melden. Unterm Strich entspricht das einer Gesamtmenge von 15,72 Millionen Tonnen.

Der Umschlag von Stückgütern bewegte sich mit 13,5 Millionen annähernd auf dem Ergebnis des Vorjahres mit 14,0 Millionen. Breakbulk, wie Kabeltrommeln, Forstprodukte und Projektladung, legte leicht zu, um drei Prozent auf 7,02 Millionen Tonnen. Der Umschlag von Neufahrzeugen ging um zwei Prozent auf 1,74 Millionen Stück zurück. Damit bleibe Niedersachsen allerdings weiterhin einer der größten Umschlagplätze für Pkw in Europa, heißt es in einer Mitteilung der Seaports.

Das Containerterminal Wilhelmshaven am JadeWeserPort schaffte es allerdings nicht, die Vorjahresergebnisse zu steigern. Das Ergebnis von 639.084 TEU (20-Fuß-Standardcontainer) blieb um 2,5 Prozent unter dem Wert von 2017. Der Hafenbetreiber begründet dies mit einem Rückgang ungeplanter Schiffsanläufe sowie der weltweit schwächelnden Konjunktur.

„Der Universalhafen Niedersachsen, samt seiner Akteure, hat einmal mehr seine internationale Wettbewerbsfähigkeit bewiesen“ sagt Timo A. Schön, Geschäftsführer der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen.

In der heutigen Zeit und bei all den nicht beeinflussbaren globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten ein Umschlagplus von sieben Prozent zu erzielen, sei nicht selbstverständlich. Und Schön ergänzt:

„Diverse Gespräche mit Dienstleistern aus Niedersachsens maritimer Wirtschaft stimmen mich positiv für die Entwicklung im bereits angebrochenen Jahr 2020.“

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