Seefracht: Lidl steigt in Hinterlandtransport ein

Die Tailwind Intermodal GmbH soll künftig den Hinterlandtransport von Waren, die am Seehafen im slowenischen Koper ankommen, für Lidl organisieren und koordinieren.

Für die Tailwind Intermodal GmbH plant Lidl zu Beginn zehn bis zwölf Mitarbeiter ein. (Bild: Lidl)
Für die Tailwind Intermodal GmbH plant Lidl zu Beginn zehn bis zwölf Mitarbeiter ein. (Bild: Lidl)
Therese Meitinger

Der Lebensmitteldiscounter Lidl weitet seine Seefrachtaktivitäten aus: Nach der Reederei Tailwind Shipping Lines soll als Schwesterunternehmen die Tailwind Intermodal GmbH künftig den Hinterlandtransport von Waren, die am Seehafen im slowenischen Koper ankommen, für Lidl organisieren und koordinieren. Das berichtete Lidl auf Nachfrage von LOGISTIK HEUTE am 7. März. Koper ist für Tailwind dem Statement zufolge der strategisch wichtigste Hafen: Die eigenen Schiffe bringen Nonfood-Waren im Panda Express Liniendienst aus China nach Koper, Tailwind Intermodal verantwortet den Nachlauf ins Hinterland sowie die Rückführung der Leercontainer nach Koper zur Verladung auf den Panda Express nach China. Geschäftsführer der Tailwind Intermodal GmbH ist demnach Christian Steindl. Zu Beginn sind zehn bis zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geplant.

Tailwind Intermodal beauftragt Lidl zufolge unterschiedliche Partner, um die Güter mit bis zu fünf täglichen Zugverbindungen ins Cargo Center Graz (Steiermark / Österreich) zu transportieren und im unmittelbar am Terminal gelegenen Lager zu palettieren. Dank seiner geographischen Lage zwischen Adria und Baltikum bilde das Cargo Center Graz im Zusammenspiel mit Koper eine besonders geeignete Anbindung nach Osteuropa mit kurzen Laufzeiten über einen europäischen Seehafen – und zurück.

Tailwind auch als Dienstleister aktiv

Tailwind soll damit nach Unternehmensangaben für Resilienz in der gesamten Lieferkette sorgen, von der Organisation und Koordination des Seetransports über die Umladung auf Güterzüge bis hin zur Palettierung und Lieferung per Lkw an die Laderampe des endgültigen Ziels.

Mit der Erweiterung seiner Infrastruktur in Koper und in der Steiermark sieht sich Tailwind wie schon beim Aufbau der eigenen Reederei als Ergänzung zu etablierten Reedereien, wie Lidl schreibt. Deshalb biete Tailwind die Stärkung der Leistungsfähigkeit der Lieferketten zwischen China und Europa durch die Kombination von Seefracht und Nachlauf an Land als neutraler Dienstleister im Markt an.