Seefracht: Hamburg und Bremerhaven werden zum Nadelöhr

In den meisten Häfen in Europa haben sich die durchschnittlichen Verweildauern nach anfänglicher Disruption aus dem Ukrainekrieg mittlerweile wieder stabilisiert.

Im Hamburger Hafen war die durchschnittliche Verweildauer für Seefracht im europäischen Vergleich zuletzt besonders hoch, so Tracking-Daten von FourKites. (Bild: HHM / Hasenpusch Productions)
Im Hamburger Hafen war die durchschnittliche Verweildauer für Seefracht im europäischen Vergleich zuletzt besonders hoch, so Tracking-Daten von FourKites. (Bild: HHM / Hasenpusch Productions)
Therese Meitinger

Der US-amerikanische IT-Anbieter FourKites hat die Tracking-Daten seiner SCM-Plattform mit Blick auf die Entwicklungen an europäischen Häfen analysiert. Daraus ergibt sich, dass die Überlastung der Häfen in Bremerhaven und Hamburg in den letzten Monaten kontinuierlich zugenommen hat. In anderen europäischen Häfen hat sich die Lage seit der russischen Invasion in der Ukraine im Februar hingegen entspannt. Der 60-Tage-Mittelwert für die durchschnittliche Verweildauer von Seefracht (Import, Export und Transshipment) lag zum 18. August für Bremerhaven bei 9,3 Tagen und für Hamburg bei 9,5 Tagen. Für Bremerhaven bedeutet das eine Zunahme von 43 Prozent zum Niedrigstand im April. In Hamburg war der von FourKites ermittelte Durchschnittswert in diesem Zeitraum um 79 Prozent höher im Vergleich zum Tiefstand im März.

Leicht steigende Werte für Antwerpen und Rotterdam

In Antwerpen und Rotterdam waren die durchschnittlichen Verweildauern für Seefracht hingegen unter den Spitzenwerten angesiedelt, die dort im März und April zu beobachten waren – auch wenn sie in den letzten Wochen kontinuierlich zugenommen haben. In Antwerpen lag das 60-Tagesmittel für Seefracht zum 18. August bei 7,5 Tagen – und damit unter dem Höchstwert von 8,1 Tagen, der im frühen April erreicht wurde. Im Vergleich zum Jahresbeginn war der Wert aber um 15 Prozent erhöht. In Rotterdam bemaß die durchschnittliche Verweildauerüber die letzten 60 Tage hinweg 6,9 Tage. Das sind zehn Prozent weniger im Vergleich zum Jahresbeginn und 21 Prozent weniger im Vergleich zum Höchststand im späten März.

Im Hafen von Valencia lag die durchschnittliche Verweildauer zum 18. August mit 8,8 Tagen unter dem Peak im Mai und Juni, aber über dem Stand zu Jahresbeginn. In den restlichen europäischen Häfen scheint sich den FourKites-Daten zufolge die Hafenüberlastung auf einem stabilen Niveau eingependelt zu haben.  Die durchschnittliche Verweildauer für Seefracht bezifferte der Anbieter mit 7,6 Tagen.

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