Seefracht: Großreedereien Maersk und MSC trennen sich

Einigen, wie etwa dem ZDS, war die sogenannte 2M-Allianz schon längst ein kartellrechtlicher Dorn im Auge. Nun wird sie aufgelöst.

Keine 2M-Allianz mehr mit Maersk: MSC geht eigene Wege. (Symbolbild: MSC)
Keine 2M-Allianz mehr mit Maersk: MSC geht eigene Wege. (Symbolbild: MSC)
Therese Meitinger
(erschienen bei Transport von Nadine Bradl)

Die MSC Mediterranean Shipping Company (MSC) und Maersk A/S, ein Unternehmen von A.P. Moller - Maersk, haben vereinbart, die derzeitige 2M-Allianz mit Wirkung zum Januar 2025 zu beenden. Das gab Maersk am 25. Januar in einer Pressemitteilung bekannt.

In einer gemeinsamen Erklärung sagen CEO Vincent Clerc von A. P. Moller – Maersk und CEO Soren Toft von MSC:

„MSC und Maersk erkennen an, dass sich seit der Unterzeichnung der 10-Jahres-Vereinbarung durch die beiden Unternehmen im Jahr 2015 viel verändert hat. Die Beendigung der 2M-Allianz ebnet den Weg für beide Unternehmen, ihre individuellen Strategien weiter zu verfolgen."

Man habe die Partnerschaft sehr geschätzt und freue sich auf eine weiterhin starke Zusammenarbeit während der verbleibenden Laufzeit der Vereinbarung.

„Wir setzen uns weiterhin voll und ganz dafür ein, die Dienstleistungen der 2M-Allianz für Kunden von MSC und Maersk bereitzustellen", heißt es weiter.

Die  Ankündigung habe keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Dienstleistungen für Kunden, die die 2M-Trades nutzen. Die Kundenteams jedes Unternehmens werden mit ihren jeweiligen Kunden kommunizieren, um sie während und nach dem Auslaufen der 2M-Allianz zu unterstützen, teilen die Firmen mit.

Kartellrechtlich fragwürdig?

Für einige war die Auflösung längst überfällig. Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) Daniel Hosseus sagt: 

„Letztlich finden wir es befremdlich, dass die europäische Kartellbehörde die Zusammenarbeit der beiden Marktführer in der internationalen Containerschifffahrt so lange ungeprüft toleriert hat. Allianzen und Konsortien in zahlreichen Fahrtgebieten halten Marktanteile von weit über 30 Prozent. Wir fordern die Europäische Kommission auf, einen klaren und spezifischen Rechtsrahmen für Konsortien in der Linienschifffahrt zu gestalten und dann auch durchzusetzen.“

2M ist eine Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung von Schiffen (Vessel Sharing Agreement, VSA) für Containerreedereien. Sie wurde 2015 von Maersk und MSC mit dem Ziel eingeführt, einen wettbewerbsfähigen und kosteneffizienten Betrieb auf den Fahrtgebieten Asien-Europa, Transatlantik und Transpazifik zu gewährleisten. Der 2M-Vertrag hat eine Mindestlaufzeit von zehn Jahren mit einer zweijährigen Kündigungsfrist.