Seefracht: Geopolitische Unruhen und Naturkatastrophen schlagen zu Buche

Niedrige Wasserstände im Panamakanal und die anhaltende Gefahr von Attacken im Roten Meer veranlassen Verlader und Reedereien, alternative und deutlich längere Routen in Betracht zu ziehen.

Auch auf die Verfügbarkeit von Containern wirken sich die unterschiedlichen Krisen laut E2open Ocean Shipping Index aus. (Symbolbild: Hanohiki / AdobeStock)
Auch auf die Verfügbarkeit von Containern wirken sich die unterschiedlichen Krisen laut E2open Ocean Shipping Index aus. (Symbolbild: Hanohiki / AdobeStock)
Therese Meitinger

E2open Parent Holdings, Inc., eine US-amerikanische Supply-Chain-SaaS-Plattform, hat am 25. Januar den „Ocean Shipping Index“ (OSI) für das vierte Quartal 2023 veröffentlicht. Dabei handelt es sich nach Unternehmensangaben um einen vierteljährlichen Benchmark-Bericht, der Einblicke in die Entscheidungsfindung bei globalen Seefrachttransporten bietet. Aus den Daten des Berichts geht laut einer Pressemitteilung hervor, dass die globale Schifffahrt einen Anstieg der Transitzeiten von zwei bis vier Tagen verzeichnete. Dieser Aufwärtstrend werde sich auch im ersten Quartal 2024 fortsetzen, prognostiziert der Anbieter. Niedrige Wasserstände im Panamakanal und die anhaltende Gefahr von Attacken im Roten Meer veranlassten Verlader und Reedereien, alternative und deutlich längere Routen in Betracht zu ziehen.

70 Millionen Container aiuf dem Schirm

Der E2open Ocean Shipping Index ist laut Unternehmensangaben eine datengestützte Referenz für Frachtunternehmen. Er soll dabei verstehen helfen, wie lange es dauert, Waren international zu transportieren und welche Faktoren zu den beobachteten Verzögerungen beitragen. Der Bericht basiert der Mitteilung zufolge auf historischen Daten aus dem E2open-Netzwerk, das über 480.000 angeschlossene Unternehmen umfasst, die 15 Milliarden Transaktionen verwalten und jährlich 70 Millionen Container verfolgen.

„Zwei der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten stehen vor enormen Herausforderungen“, erklärt Pawan Joshi, Executive Vice President, Products and Strategy bei E2open. „Unternehmen müssen sich nicht nur mit längeren Transitzeiten und höheren Kosten befassen, sondern auch mit den Umweltauswirkungen längerer Fahrten. Längere Transitzeiten wirken sich auf die verfügbare Containerkapazität aus, und zwar sowohl für beladene als auch für leere Container.“ 

Die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts kurz zusammengefasst:

  • Die weltweite durchschnittliche Transportdauer hat sich im letzten Quartal um zwei Tage auf 60 Tage verlängert.
  • Alle wichtigen Schifffahrtsrouten verzeichneten einen Anstieg der Transportdauer.
  • Exporte von Asien nach Nordamerika und von Asien nach Europa dauerten im Durchschnitt 60 beziehungsweise 64 Tage, was im Vergleich zum Vorquartal einen Anstieg um jeweils drei Tage bedeutet.
  • Die Transportdauer von Nordamerika nach Europa nahm um vier Tage zu und lag damit über den Prognosen.
  • Auf den Routen von Asien nach Südamerika stieg die Transitzeit um zwei Tage gegenüber dem Vorquartal und um vier Tage gegenüber dem Vorjahresquartal.