Seefracht: Deutsch-russische Beziehungen im Blick

Hoffnung auf eine Erholung der russischen Wirtschaft wächst.
Auf dem HHM-Gemeinschaftsstand in Moskau wurden viele Gespräche mit russischen und europäischen Partnern geführt. (Foto: HHM)
Auf dem HHM-Gemeinschaftsstand in Moskau wurden viele Gespräche mit russischen und europäischen Partnern geführt. (Foto: HHM)
Nadine Bradl

Gemeinsam mit der Logistics Alliance Germany (LAG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern hatte der Verein Hafen Hamburg Marketing (HHM) am 22. April 2015 in das Moskauer Hotel Metropol zum Russisch-Deutschen Roundtable Gespräch zum Thema „Logistics Solutions made in Germany“ eingeladen – rund 130 Teilnehmer kamen. Im Vordergrund des Treffens, das im Rahmen der Moskauer Messe TransRussia stattfand, standen die aktuellen politischen Entwicklungen, die auch Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland haben.

Hoffnung auf Ende der Sanktionen

Wolfgang Dik, Leiter der Wirtschafts- und Wissenschaftsabteilung in der Deutschen Botschaft in Moskau hoffte, dass zur besseren Entwicklung des zukünftigen Außenhandels der beiden Staaten die Sanktionen bald beendet werden. HHM-Vorstand Ingo Egloff war zufrieden damit, „dass viele Mitgliedsunternehmen als Mitaussteller zur TransRussia“ auf den Hafen Hamburg Gemeinschaftsstand gekommen waren – darunter der Seehafen Kiel, die Lübecker Hafen-Gesellschaft, die Hamburger Hafen und Logistik AG, Maritime Cargo Logistics und Hansa Heavy Lift.

Weltmeister im Improvisieren

In der Podiumsdiskussion mit deutschen und russischen Vertretern sagte Mirco Nowak, Leiter BVL International Chapter Moskau, dass die russischen Unternehmen trotz Sanktionen und der damit verbundenen Verschlechterung der Wirtschaftslage in Russland weiterhin die Weltmeister im Improvisieren und somit im Überleben auf dem Markt bleiben. Alle Roundtable-Teilnehmer begrüßten auch die Kursstabilisierung des Rubels und deuteten das bereits als ein Anzeichen für den Erholungstrend der russischen Wirtschaft.

Rückgang im Containerverkehr

Denn „Russland ist für Hamburg der zweitwichtigste Handelspartner im seeseitigen Güterumschlag und für den gesamten Ostseeraum von enormer Bedeutung“, betonte Marina Rimpo, Leiterin Marktentwicklung Ostseeregion beim HHM. Russland sei auch ein Indikator für die Prosperität der gesamten Ostseeregion. „Wir stellen fest, dass im Falle wirtschaftlicher Einbrüche in Russland auch die Nachbarstaaten in der Ostseeregion die Folgen spüren. Sanktionen und die wirtschaftliche Schwäche in Russland brachten auch Hamburg einen deutlichen Rückgang im Containerverkehr mit Russland“, ergänzt Rimpo.

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