Seefracht: Blockchain statt Papier für die Bill of Lading

Im Projekt „Electronical Consignment Note and Bill of Lading – Sustainability in Seafreight” (eCONBiL) forschte die Hochschule Bremerhaven gemeinsam mit der Bremer Abat AG sowie unterschiedlichen Pilotanwendern aus der Wirtschaft.

Das Projekt eCONBiL untersuchte die Blockchain-Technologie als Alternative für den Versand von Seefrachtwertpapieren. (Symbolbild: vichie81 / AdobeStock)
Das Projekt eCONBiL untersuchte die Blockchain-Technologie als Alternative für den Versand von Seefrachtwertpapieren. (Symbolbild: vichie81 / AdobeStock)
Therese Meitinger

Täglich werden unzählige Waren und Güter per Seefracht durch die ganze Welt verschickt. Damit der Importeur seine Waren und Güter sowie der Exporteur sein Geld risikofrei erhält, werden Wertpapiere als Dokumente – sogenannte Seefrachtkonnossemente – zur Sicherheit transferiert. Dabei legen sie bisher einen weiten Weg per Kurier, Auto oder mit dem Flugzeug zurück.

An einer ökologisch nachhaltigeren Alternative forschte bis Mitte September dieses Jahres das Projekt „Electronical Consignment Note and Bill of Lading – Sustainability in Seafreight” (eCONBiL) der Hochschule Bremerhaven gemeinsam mit der Bremer Abat AG sowie unterschiedlichen Pilotanwendern aus der Wirtschaft. Dazu wurde die Blockchain-Technologie als Alternative für den Versand von Seefrachtwertpapieren über herkömmliche Wege untersucht. Auch diese Variante hinterlässt natürlich einen CO2-Fußabdruck. Doch wie groß ist der Unterschied zum Papierversand der Bill of Lading (B/L)?

Blockchain-basierte B/L erlaubt kleineren CO2-Fußabdruck

Populär ist Blockchain durch den Bitcoin geworden. Die Technologie ist zwar sicher, jedoch sehr energieintensiv, mit einem hohen CO2-Fußabdruck. Sie entwickelt sich dynamisch weiter in Richtung Hyperledger-Technologie, die Abat zufolge eine umweltfreundlichere Übertragung ermöglicht. So wurde im Rahmen des von eCONBiL laut Projektpartnern erstmalig CO2-Äquivalente-Emissionen in Bezug auf den elektronischen Versand der B/L betrachtet und berechnet. Mit dem mehr als 163-mal kleineren CO2-Fußabdruck von Hyperledger-basierten B/L habe man – bezüglich der emittierten Treibhausgasemissionen – eine klare Empfehlung für die elektronische Variante aussprechen können, heißt es. Im Rahmen einer zehnjährigen linearen Adaption wäre es möglich, mehr als 600.000 Tonnen CO2-Äquivalente einzusparen.

In Summe ist der elektronische Versand der B/L also ein wichtiger möglicher Teilschritt zur Reduzierung weltweiter Treibhausgasemissionen in der Handelslogistik und eine zukünftige weltweite Adaption ist dementsprechend unbedingt zu fördern, resümiert Abat.