Seefahrt: Stena Line setzt perspektivisch auf E-Mobilität

Die Tranzero Inititiative, der neben Stena Line auch Volvo, Scania und der Hafen Göteborg angehören, will die CO2-Emissionen im schwedischen Hafen Göteborg um 70 Prozent bis 2030 reduzieren.

Das schwedische Fährunternehmen will in spätestens acht Jahren zwei fossilfreie Fähren auf der Route Göteborg-Frederikshavn betreiben. (Foto: Stena Line)
Das schwedische Fährunternehmen will in spätestens acht Jahren zwei fossilfreie Fähren auf der Route Göteborg-Frederikshavn betreiben. (Foto: Stena Line)
Therese Meitinger
(erschienen bei Transport von Daniela Kohnen)

Das schwedische Fährunternehmen Stena Line hat angekündingt, bis 2030 zwei fossilfreie Schiffe zwischen Göteborg und Frederikshavn einsetzen zu wollen. Die Reederei hat demnach Pläne, ein fossilfreies Schiff noch vor 2030 in Betrieb zu nehmen. So soll die Route zwischen Göteborg und Frederikshavn dann mit zwei fossilfreien batteriebetriebenen Schiffen betrieben werden. Das gab Stena Line CEO Niclas Mårtensson im Rahmen einer Pressekonferenz der Unternehmenskollaboration Tranzero Initiative am 4. Februar in Göteborg bekannt.

Um den Wandel im Transportsektor hin zu fossilfreien Antrieben zu beschleunigen hätten sich Stena Line, die Volvo Group, Scania und der Hafen von Göteborg zu einem Kollaborationsprojekt zusammengetan, hieß es. Das Ziel der gemeinsamen „Tranzero Inititiative“ sei es, die CO2-Emissionen im schwedischen Hafen Göteborg um 70 Prozent bis 2030 zu reduzieren. Niclas Mårtensson, CEO, Stena Line und Mitglied der Elektrifizierungskommission der schwedischen Regierung:

„Mit unserer batteriebetriebenen Fähre ,Stena Elektra' wollen wir nun von der Vision auf das Wasser gehen. Im Laufe eines Jahres werden wir die genauen Spezifikationen bekanntgeben und spätestens 2025 die erste Fähre bestellen. Diese wird einen Meilenstein auf dem Weg zu fossilfreier Schifffahrt darstellen.“

Demnach werde die „Stena Elektra“ die weltweit erste fossilfreie RoPax-Fähre ihrer Größe sein. Mit einer Länge von etwa 200 Metern soll sie Platz für 1.000 Passagiere bieten und eine Frachtkapazität von 3.000 Lademetern haben. Geplant ist, das Schiff aus hochfestem Stahl zu bauen, um gleichzeitig Gewicht zu reduzieren und die Effizienz zu erhöhen.

Kombination mit Brennstoffzellen denkbar

Die Batteriekapazität soll rund 60 bis 70 Megawattstunden betragen, um für die etwa 50 Seemeilen lange Seestrecke zwischen Göteborg und Frederikshavn auszureichen, so die Reederei. Geladen werden die Batterien dann während der Hafenliegezeit. Um die Reichweite des Schiffes noch zu verlängern prüft das Fährunternehmen derzeit ebenfalls Kombinationsmöglichkeiten mit anderen alternativen Antriebsvarianten wie zum Beispiel Brennstoffzellen, Wasserstoff und Bio-Methanol. Niclas Mårtensson:

„Die Elektrifizierung der Schifffahrt hat gerade erst begonnen. Wir sehen im zukünftigen Kurzstreckenseeverkehr große Potentiale sowohl für Batteriehybride als auch für vollständig batteriebetriebene Schiffe. Aber Fähren alleine reichen nicht aus, gleichzeitig müssen auch Infrastruktur und Lademöglichkeiten in den Häfen und an den Terminals entwickelt werden. Deswegen sind Kollaborationsprojekte wie die Tranzero Initiative so wichtig.“

Die Reederei setzt seit 2018 die Stena Jutlandica als Batteriehybrid-Fähre auf der Route zwischen Göteborg und Frederikshavn ein. Dabei werden die Bugstrahlruder im Hafenbetrieb mit Batterien betrieben. Diese werden zum einen während der Fahrt aufgeladen, zum anderen während der Hafenliegezeit in Göteborg mit grünem Landstrom. Auf diese Weise spart das Unternehmen laut eigenen Angaben jährlich 1.500 Tonnen CO2. Das entspricht einem Jahresverbrauch von 600 Pkw.

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