SCRM: Kontrolliertes Risiko in der Lieferkette

Die LOGISTIK HEUTE-Titelstory widmet sich Plattform-Lösungen für Risikomanagement.

Risikomanagement gilt zunehmend als Teil einer nachhaltigen Unternehmensstrategie. (Foto: Gajus, Adobe Stock)
Risikomanagement gilt zunehmend als Teil einer nachhaltigen Unternehmensstrategie. (Foto: Gajus, Adobe Stock)
Therese Meitinger

Geopolitische Risiken, komplexe Lieferantenstrukturen oder Cyberattacken – mögliche Stresstests für die Lieferkette sind vielfältig. „2019 sind Unruhen und Proteste durch die Welt gefegt, das hat sich sowohl in der Logistik als auch im Einkauf bemerkbar gemacht“, erklärt Mirko Woitzik, Risk Intelligence Manager bei DHL Resilience 360. Und weiter:

„Importzölle und deren Androhung blieben auch 2019 ein global prägendes Thema, da Unternehmen sich so dauernd neu orientieren mussten.“ Der Risikomanagementanbieter veröffentlicht seit 2018 Jahresrisikoberichte, die die Lieferketten-Stressfaktoren für das letzte Jahr und Trends im Folgejahr identifizieren sollen. Sie fußen auf Risiko- und Störfalldaten der Cloud-basierten SCRM-Plattform.

Fordern exponierte Lieferketten akute Maßnahmen? Nicht unbedingt. Laut dem im November 2019 veröffentlichten 11. Hermes-Barometer „Risikoprävention und Versorgungssicherheit“ betreiben nur vier von zehn deutschen Unternehmen ein ganzheitliches Risikomanagement in ihrer Lieferkette.

„Wir sind tatsächlich nie groß auf die Nase gefallen“, sagt etwa Marc Buschmann, Head of Supplier Management im globalen Einkauf bei Melitta unabhängig von der Studie. Beim Mindener Spezialisten für Kaffee, Kaffeezubereitung und Haushaltsprodukte herrschte so lange Zeit kein Leidensdruck in Sachen SCRM.

Von Naturgewaltexponierung bis zu Echtzeit-Medienmonitoring

Doch angesichts der zunehmenden Komplexität von Lieferanten- und Sublieferantenbeziehungen entschloss sich das Unternehmen aktiv zu werden. Melitta entschied sich für ein Drei-Säulen-Modell, das neben dem SCRM auch Bonitätsauskünfte und ein Corporate Social Responsibility (CSR) Risk Management beinhaltet. Der Münchener Anbieter Riskmethods bindet dafür entsprechende Daten von Drittanbietern in eine zentrale SCRM-Plattform ein. Zudem bezieht die Riskmethods-Lösung Informationen aus der SAP- und ERP-Landschaft von Melitta, greift auf Kundendaten, Datenbanken zur geodatenbasierten Naturgewaltexponierung, Länderrisiken oder Unternehmensratings zurück.

Im Echtzeit-Medienmonitoring arbeitet die Lösung mit unstrukturierten Daten und es kommt eine Suche zum Einsatz, die Milliarden von Internetseiten mit möglicherweise interessanten Informationen daraufhingehend scannt, ob sie Melittas Lieferkette betreffen.       

Welche Rolle dabei Künstliche Intelligenz und menschliche Erfahrung spielen, und welche Potenziale sich generell aus dem Einsatz von SCRM-Plattformen ergeben, lesen Sie in der Titelgeschichte der LOGISTIK HEUTE-Ausgabe 12/2019, die am 13. Dezember erschienen ist.

Auf ein Neues im Jahr 2020!

Zehn Hefte, zwei Sonderausgaben, Supplements, der wöchentliche Newsletter LOGISTIK HEUTE weekly, diverse Sondernewsletter, Hunderte von Online-News, zahlreiche Bildergalerien, Videos, Dutzende Posts in den sozialen Medien und erstmals auch ein Webinar – die Redaktion war im Jubiläumsjahr 2019 (40 Jahre LOGISTIK HEUTE) alles andere als untätig.

Hinzu kommen Moderationen wie im Rahmen der Veranstaltungsreihe LOGISTIK HEUTE-Forum oder des Weiterbildungsangebots „Young Professionals Day SCM und Logistik“.

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